Straßen sind gesperrt

Schwere Regenfälle in Friedland: Asylbewerber in Sicherheit gebracht

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Feldbetten mit Schlafsäcken in einer überfluteten Notunterkunft in Groß Schneen (Niedersachsen) im Landkreis Göttingen. Rund 200 Flüchtlinge aus dem Erstaufnahmelager Friedland sind in der Nacht zu Montag aus der Sporthalle in Groß Schneen evakuiert worden. Nach anhaltenden Regenfällen war Wasser in die Halle eingedrungen. Die Flüchtlinge wurden in einer benachbarten Schule untergebracht.

Friedland. Extremer Starkregen sorgte in der Nacht zu Montag für weit mehr als 100 Einsätze im südöstlichen Landkreis Göttingen. Hart traf es 200 Flüchtlinge im Friedländer Ortsteil Groß Schneen. Sie mussten ihre Bleibe in einer Turnhalle verlassen.

In das Gebäude der Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule waren Wasser und Schlamm, die vermutlich von einem Berg ins Dorf flossen, eingedrungen. Gegen 2 Uhr wurden die Asylbewerber in die nahe Oberschule gebracht. Zeitweise stand das Wasser zwischen den Feldbetten, auf denen die Flüchtlinge schliefen, bis zu 50 Zentimeter hoch. Die Flüchtlinge mussten zum Teil ihr persönliches Hab und Gut zurücklassen. So lagen zwischen Feldbetten Kuscheltiere der Kinder.

In der Schule verbrachten die Betroffenen den Tag bis zum frühen Nachmittag. Für die Betreuung sorgte in der Zwischenzeit der Arbeiter Samariter Bund. Im Laufe des Vormittags wurde eine Turnhalle in Rosdorf für die Flüchtlinge hergerichtet. Dort sollen die zum Teil traumatisierten Asylbewerber zunächst untergebracht werden. Bis auf einen gebrochenen Finger wurde niemand verletzt, hieß es am Mittag.

Aktualisiert um 15.55 Uhr

Stark betroffen von dem Hochwasser waren viele Privatleute. Mehr als 100 Keller in der Gemeinde Friedland sowie in den Gemeinde Gleichen und Rosdorf waren vollgelaufen. Absoluter Schwerpunkt war dabei Friedland. Alle Ortswehren waren im Einsatz. Hilfe kam zudem aus der Nachbargemeinde Gleichen sowie vom Technischen Hilfswerk aus Witzenhausen. Nach und nach wurden betroffene Keller bis in die Vormittagsstunden leergepumpt. Insgesamt waren etwa 170 Feuerwehrleute im Raum Friedland im Einsatz. Wegen des Hochwassers mussten zahlreiche Straßen im Raum Friedland gesperrt werden.

 

Asylbewerber nach schweren Regenfällen in Sicherheit gebracht

Viele Einsätze: Große Fluten in kleinen Dörfen

Friedland/Göttingen. Schwere Regenfälle haben in der Nacht zum Montag im südöstlichen Landkreis Göttingen und in der Uni-Stadt zu Überschwemmungen geführt.

Überflutete Keller und Straßen: Das beschäftige Feuerwehren und Einsatzkräfte von Rettungsdiensten bis in die Vormittagsstunden: Insbesondere in den Gemeinden Friedland, Rosdorf und Gleichen gab es eine Vielzahl von Einsätzen. In den frühen Morgenstunden waren vor allem Keller auszupumpen und Straßen frei zu räumen. Am Vormittag entspannte sich die Lage langsam, teilte der Landkreis mit. Landrat Bernhard Reuter sprach in Groß Schneen von den „größten Überschwemmungen in Groß Schneen und Friedland seit Menschengedenken“.

159 Liter in Reiffenhausen: Nach Angaben eines Anwohners in Reiffenhausen fielen dort in der Nacht von Sonntag auf Montag 159 Liter Regen pro Quadratmeter. Diese unbestätigte Messung zeigt den Grund für das Ausmaß der Überflutungen. In Reiffenhausen mussten Keller und Stallgebäude sowie Garagen ausgepumpt werden. Die Reiffenhäuser Wehr wurde von der Wehr aus Rittmarshausen unterstützt.

Sperrungen von Straßen: Noch immer sind eine Vielzahl von Straßen im Landkreis durch Überflutung oder Erdrutsch gesperrt, berichtete der Landkreis am Montag. Betroffen sind die Landesstraße 567 zwischen Reckershausen und Reiffenhausen, die Landesstraße 564 zwischen Obernjesa und Stockhausen, die Kreisstraße 27 zwischen Klein Schneen und Groß Schneen, die Kreisstraße 29 von Klein Schneen in Richtung A 38 sowie die Kreisstraße 30 Sieboldshäuserkreuz. Auf der B 27 zwischen Friedland und der Einmündung Stockhausen war zeitweilig ein Fahrstreifen gesperrt.

Autobahn 38: Nach einem Erdrutsch war am Morgen die Autobahn 38 im Bereich zwischen den Anschlussstellen Friedland und Arenshausen in Fahrtrichtung Leipzig zeitweise voll gesperrt. Zwischen dem Ostportal des Heidkopftunnels und der Anschlussstelle Arenshausen rutschte auf einer Länge von 25 bis 50 Metern Erdreich auf die Fahrbahn. Die Strecke war gegen 9 Uhr wieder frei – zunächst allerdings nur einspurig. Um die Verkehrslage in Friedland zu entspannen, wurden am frühen Morgen zeitweise die Abfahrten gesperrt.

Autobahn 7: Dort bestand am Montag in den Morgenstunden zwischen dem Dreieck Drammetal und der Anschlussstelle Lutterberg die Gefahr von Aquaplaning. Dadurch kam es zu Behinderungen.

Lage in Göttingen: Die Regenfälle hatten in der Uni-Stadt einige Einsätze ausgelöst. In der Göttinger Südstadt war beispielsweise der Sandweg wegen ein Überschwemmung am Montagvormittag für den Verkehr gesperrt

Aufgrund zahlreicher Anfragen zum aktuellen Stand des Hochwassers hat der Landkreis Göttingen ein Bürgertelefon eingerichtet.

Unter der Rufnummer 0551/525 – 9200 gibt es für alle Interessierten Informationen zur aktuellen Situation.

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