Die ersten Unterkünfte

Zeitzeugen gesucht: Ausstellung über die „Nissenhütten“ im Museum Friedland

Ein kleiner, enger Innenraum einer Hütte, sehr spartanisch eingerichtet mit Bett, Stuhl und einem Schränkchen.
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Heimkehrer lebten im Lager Friedland in solchen notdürftigen Unterkünften – Nissenhütten genannt. Nun gibt es eine Ausstellung zum Thema Nissenhütten. (Archivbild)

Das Museum Friedland plant für 2022 eine Ausstellung über die „Nissenhütten“. Sie dienten als Behelfsunterkünfte nach dem 2. Weltkrieg im Grenzdurchgangslager.

Friedland – Benannt wurden die Wellblechhütten nach ihrem Erfinder, dem kanadischen Ingenieur und Offizier Peter Norman Nissen. Neben historischen Berichten und Fotografien soll die Ausstellung auch persönliche Erinnerungen an das Leben in den Nissenhütten umfassen, teilte das Museum mit.

Geplante Ausstellung zu „Nissenhütten“: Museum sucht Zeitzeugen

Im Rahmen des Projektes würden nun Zeitzeugen gesucht, die sich an Nissenhütten erinnern, in einer solchen gewohnt oder sich zu anderen Zwecken in einer solchen aufgehalten haben.

Neben Zelten und einem Stallgebäude dienten ab Oktober 1945 zunächst 17 dieser Wellblechbaracken der Registrierung, ärztlichen Versorgung, Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen und Schutzsuchenden. Mit der Verlegung des Lagers auf die Anhöhe nördlich der Leine prägten Nissenhütten weiter das Bild vom Lager: Etwa 220 dieser Gebäude wurden in den folgenden Jahren aufgestellt.

Im Wesentlichen wurden sie als Unterkünfte für Lagerbewohner und Mitarbeiter, Waschräume, Kindergarten oder Kleiderkammer und Kapelle genutzt. Ab den 1950er Jahren wichen sie nach und nach den Holzbaracken, bis sie ab 1965 mit einer Ausnahme verschwanden.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Grenzdurchgangslagers fand die letzte vorhandene Nissenhütte ihren neuen Standort an exponierter Stelle im Grenzdurchgangslager und erfuhr damit eine Wertschätzung als erhaltenswertes Bauelement der Lagergeschichte.

Das 2016 eröffnete Museum Friedland im historischen Friedländer Bahnhof dokumentiert in einer Dauerausstellung die Geschichte des Lagers. (Thomas Kopietz)

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