Zu wenig Zeit für Anzahl der Aufgaben

Frust und Ärger über ein zu hartes Zentralabitur in Mathematik

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Abitur: Für viele Schüler ist die schriftliche Mathe-Klausur eine hohe Hürde.

Göttingen/Hann. Münden. Die schriftliche Mathe-Abiturprüfung war dieses Jahr offenbar zu schwer. Das sorgt bei Schülern, Eltern und Lehrern für Unmut. Nach Ansicht des Kultusministeriums waren die Aufgaben in Ordnung.

Allerdings wird aus Hannover eingeräumt, dass die Aufgabendichte für die vorgebene Zeit wohl etwas zu hoch war. Derzeit wird nach einer Lösung gesucht. Denkbar: Die Bewertungsmaßstäbe bei der Errechnung der Mathe-Note sollen möglicherweise zugunsten der Schüler verbessert werden. „Die Schüler sollen keine Nachteile haben“, sagte eine Pressesprecherin.

Landesweit legen derzeit etwa 36 000 Schüler das Abitur ab. Nach HNA-Informationen haben sich auch die Direktoren der Niedersächsischen Gymnasien bereits vor etwa einer Woche bei der Ministerin über die zu harten Aufgabenstellungen beschwert - bislang offenbar ohne Reaktion aus Hannover.

Auch am Grotefend-Gymnasium in Hann. Münden war das Mathe-Abitur negativ aufgefallen: „Die Aufgaben waren zu umständlich formuliert und zu schwer“, sagt Direktorin Heidrun Korsch. Die umständlichen Formulierungen erschwerten den Schülern schon den ersten Schritt: Die Abiturienten können zwischen mehreren Aufgaben auswählen, welche sie lösen möchten. Die Aufgabenstellung war aber so kryptisch, dass die Schüler sich schwer entscheiden konnten und in die Irre geführt wurden. Der erste Teil, der ohne Taschenrechner bewältigt werden muss, war bereits so schwer, dass sich bei den Schülern Frust und Verärgerung breitmachten. Selbst die besten Mathe-Asse, die sonst gern auch 20 Minuten vor der Regelzeit fertig seien, arbeiteten bis zur letzten Minute und hätten am liebsten noch mehr Zeit gehabt.

Konsequenzen fordert der Niedersächsische Philologenverband, da es sich nicht um Einzelfälle von Überforderung, sondern um missglückte Aufgaben handelte. Die Aufgaben waren anspruchsvoll, aber vom Schwierigkeitsgrad leistbar.“ Das sagt das Kultusministerium aus Hannover zu den Aufgaben der Mathe-Abiturklausuren.

Das Ministerium hatte die Aufgaben nach Protesten von Eltern und Lehrern nochmals unter die Lupe nehmen lassen. Dabei sei zudem festgestellt worden, dass die Aufgaben den Vorgaben des Lehrplans entsprochen haben. Allerdings habe man mit Blick auf den Umfang der Aufgaben festgestellt, dass die Aufgabendichte für die vorgebene Zeit möglicherweise etwas zu hoch war. „Dies ist jedoch eine Grenzfallentscheidung.“

Schülerinnen und Schüler soll daraus kein Nachteil entstehen. Deshalb soll der Bewertungsmaßstab angepasst werden. Details wurden dazu noch nicht festgelegt. Gleichzeitig stellt das Kultusministerium klar: „Die Aufgabenstellungen der Abitur-Klausur im Fach Mathematik für das Zentralabitur wurden von einer erfahrenen Fachkommission erstellt.“

Zudem durchliefen die Aufgaben verschiedene Qualitätskontrollen. So seien beispielsweise erfahrene Pädagogen als „Nachrechner“ im Vorfeld im Einsatz gewesen. Gleichzeitig machte das Ministerium deutlich, dass die Ergebnisse der Mathe-Abitur-Klausur voraussichtlich erst Ende Mai, Anfang Juni, vorliegen.

Je nach Anforderungsniveau hatten die Schüler für die Mathe-Abituraufgaben 220 beziehungsweise 300 Minuten Zeit. Neben einem Pflichtteil, der ohne Hilfsmittel gelöst werden muss, gibt es außerdem einen Wahlteil. Der Pflichtteil ist länderübergreifend.

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