100.000 deutschlandweit

SPD-Chef Gabriel in Bovenden: Flüchtlingskinder sind Chance

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Flüchtlingskinder als Chance für Kommunen: SPD-Chef Sigmar Gabriel auf der Geburtstagsfeier des SPD-Ortsvereins Bovenden, der vor 125 Jahren als Wahlverein gegründet wurde. 

Bovenden. Städte und Gemeinden könnten es als Chance begreifen, das unter den Flüchtlingen, die derzeit nach Deutschland kommen, rund 100.000 Kinder sind. 

Das sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel während einer Feier zum 125. Geburtstag der SPD Bovenden. Anhand der 200 Gäste im Bovender Bürgerhaus machte der Vizekanzler die Zahl der Neuankömmlinge fassbar. Bei 80 Millionen Einwohnern in Deutschland seien eine Million Flüchtlinge im Verhältnis so viel wie drei weitere Personen im Bürgerhaus. Nicht die Zahl, sondern die Geschwindigkeit, mit der die Menschen kämen, sei das Problem, sagte Gabriel.

Anlass für die Feier war, dass vor 125 Jahren, im Herbst 1890, in Bovenden der SPD-Wahlverein gegründet wurde. Damit ist der Ortsverein die älteste politische Organisation im Flecken.

Mit Zigarren hatte alles angefangen: Zigarrendreher und Arbeiter in der Landwirtschaft riefen 1882 den Gesangverein Troubadour ins Leben, erzählte der Ortsvereinsvorsitzende Jörg Ahlborn. Der Verein diente als Tarnmantel für die Gesinnung.

Bei der ersten Wahl zur Nationalversammlung 1919 holte die SPD in Bovenden mit 544 Stimmen die klare Mehrheit. Am 4. Februar 1933 wurde die vorerst letzte Generalversammlung der Bovender SPD abgehalten. Im Juni 1933 verfügten die Nationalsozialisten die Auflösung der Gemeindevertretungen. Erst ab den 1960er Jahren gewann die SPD wieder so viele Stimmen, dass sie mit Herbert Wohlfahrt den Bürgermeister stellen konnte.

Mit Gabriel verbindet Ahlborn eine lange Freundschaft, ein Grund mehr für den Vizekanzler, „zwischen Moskau und Berlin“ nach Bovenden zu kommen. Vor mehr als 30 Jahren war Ahlborn ÖTV-Geschäftsführer in Goslar, Gabriel Beisitzer im Vorstand. Gemeinsam organisierten sie „Widerstand gegen alte Nazis“. Ahlborn warnte vor der „braunen Suppe“, die „AfD, Pegida, NPD und andere kochen“ und rief dazu auf, aktiv dagegen vorzugehen. Erst „wenn der Rechtspopulismus die Mitte der Gesellschaft erreicht“, werde er tatsächlich gefährlich, sagte Gabriel dazu.

Für Party-Stimmung beim SPD-Geburtstag im Bürgerhaus sorgte die Band „Thirsty Skiffle Ltd.“ aus Erbsen. (zul)

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