Übernachtungszahlen stiegen in Niedersachsen nur halb so stark wie im Bundesschnitt

Das Gastgewerbe sucht Anschluss

Hoffnung im Gesundheitstourismus: Das Logo des Tourismustages in Göttingen auf einem roten Apfel. Fotos: Niesen

Göttingen. Das Land Niedersachsen will mit einem Tourismus-Konzept Anschluss an das bundesdeutsche Wachstum in diesem Wirtschaftsbereich finden.

Das kündigte die Staatssekretärin im hannoverschen Wirtschaftsministerium, Daniela Behrens, am Donnerstag beim niedersächsischen Tourismustag 2013 im Göttinger Hotel „Freizeit In“ an. Dort debattierten 150 Experten zwei Tage lang über neue Wege für die Branche.

Hintergrund für die Initiative des Landes ist, dass die Zahl der Übernachtungen im vergangenen Jahr zwischen Nordsee und Harz zwar um 1,7 Prozent gestiegen ist, auf Bundesebene der Zuwachs mit 3,6 Prozent aber mehr als doppelt so hoch ausfiel. Ähnlich hinkt Niedersachsen auch bei den Übernachtungen von Ausländern hinterher. Einem Plus von 4,4 Prozent auf Landesebene steht deutschlandweit ein Zuwachs um 8,1 Prozent gegenüber. Gleichwohl durchbrach Niedersachsen im vergangenen Jahr erstmals die Schallmauer von 40 Millionen Übernachtungen.

Bei der Neugestaltung geht es der seit zwei Monaten amtierenden Landesregierung nicht darum, der Vielzahl der Konzepte und Gutachten ein neues hinzufügen. Vielmehr sei es ihr Anliegen, die Schlussfolgerungen zu realisieren: „Wir sind Erkenntnisriesen, aber Umsetzungszwerge“, sagte Daniela Behrens.

Große Hoffnungen setzt die Staatssekretärin auf Aktivurlauber mit Fahrrad oder Wanderschuhen sowie auf den Gesundheitstourismus, der mit 48 Prozent der stärkste Bereich sei. Außerdem kündigte sie an, dass das Land eine stärkere Rolle in der Gesellschaft Tourismus Marketing Niedersachsen (TMN) übernehmen will. Darüber hinaus sprach sie sich für eine Neuregelung der Sommerferien in den Bundesländern aus, um die Schulferien optimal über die dreimonatige Saison zu verteilen. „Das verbessert die gleichmäßige Auslastung der Betriebe.“

Um dem starken Rückgang von 2233 Ausbildungsverträgen (gleich 23 Prozent) im Gastgewerbe zu begegnen, forderte sie dazu auf, den Hebel unter anderem bei der Bezahlung anzusetzen.

Ein klare Absage erteilte Behrens der um sich greifenden „Kirchturmspolitik“ von Touristikern. Sie forderte stattdessen Kooperationen und Vernetzungen, auch unter Einbindung beispielsweise des Einzelhandels, um neue Geldquellen in den Kommunen zu generieren.

Die Tourismusbranche in Niedersachsen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 15 Milliarden Euro, zahlte 320 Millionen Euro Steuern und beschäftigte rund 340 000 Mitarbeiter. (zhp)

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