Gebürtige Göttingerin Lena Bröder ist schönste Frau Deutschlands

Miss Germany 2016: Lena Bröder (links) aus Nordwalde bekommt im Europa-Park in Rust auf der Bühne von Miss Germany 2015, Olga Hoffmann die Krone aufgesetzt. Foto: dpa

Göttingen/Rust. Eine in Göttingen geborene und aufgewachsene Lehrerin, die in Kassel studiert hat, ist die neue Miss Germany: Die 26-jährige Lena Bröder unterrichtete bisher Hauswirtschaft und Katholische Religion. Als „Miss Germany“ ist sie nun die schönste Frau der Republik.

Die Freudenträne zum Sieg wischte sich Bröder schnell weg. „Es sollen ja schöne Fotos werden“, sagte sie. Vor Publikum steht die junge Frau aus Nordwalde bei Münster nun regelmäßig – und tat das auch vorher. Sie unterrichtet an einer Gemeinschaftsschule, wo sie eher selten Applaus für ihre „Auftritte“ bekommt. Als Miss Germany für ein Jahr ist ihr dieser häufiger sicher.

Beim Schaulaufen auf Stöckelschuhen im Europa-Park in Rust hat sie sich in der Nacht zum Sonntag gegen 23 – meist jüngere – Konkurrentinnen durchgesetzt, präsentierte sich im Abendkleid sowie Bademode und ist nun in der 89-jährigen Geschichte der Miss Wahlen die erste Lehrerin, die den Titel geholt hat.

Mit dem Sieg im Schönheitswettbewerb erfüllt sich die 26-Jährige einen Traum. Seit 2009 nimmt sie an Misswahlen auf regionaler Ebene teil – 30 Mal hat sie es in den mehr als sechs Jahren versucht, 16 Mal davon holte sie einen Titel, wurde „Miss Goslar“ oder „Miss Westdeutschland“. Jetzt ist sie am Ziel. „Ich kann meinen Traum leben“, freute sich die Siegerin. „Ich denke, ich bin ein Vorbild für junge Mädchen, dass man an seine Ziele glauben und dafür kämpfen muss, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Ich zeige, dass ich eine Kämpferin bin und dass sich Ehrgeiz lohnt.“ Im Herbst nimmt sie an der Miss-Earth-Wahl teil.

Bei dem Miss-Wettbewerb zählten Haltung, Charakter, Humor, Charisma und Wortwitz – und natürlich das Aussehen. „Sie ist eine klassische Schönheit“, urteilte Schönheitschirurg Werner Mang, einer der Juroren.

„Ich unterrichte Deutschlands Zukunft“, sagt die junge Frau mit den langen Haaren, braunen Augen und dem kleinen Tattoo auf dem Rücken, als sie über ihren Beruf spricht. In einer Gemeinschaftsschule bei Münster lehrt sie seit Mai 2015. Ihre Schüler werden auf Lena Bröder nun verzichten müssen. Für die einjährige Miss-Amtszeit lässt sie sich beurlauben. verschiebt die Beamtenkarriere, im September wollte sie das zweite Staatsexamen machen. Über ihre Religion spricht die Pädagogin, die in Göttingen geboren und aufgewachsen ist und an der Uni Kassel Arbeitslehre und katholische Theologie studiert hat: „Ich bin kirchlich geprägt und erzogen worden, war bei den Sternsingern und bei den Pfadfindern.“ Jeder müsse aber selbst entscheiden, wie er zu religiösen Themen stehe.

„Ich versuche, den Schülern einen Weg zu zeigen. Ob sie dafür offen sind oder nicht, ist allein ihre Sache.“ Für sie persönlich bilde der christliche Glaube „ein Fundament, das mich im Leben trägt“. (dpa/tko)

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