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Infoabend: Geflüchtete ziehen ab Mitte Februar in ehemalige Klinik in Lenglern

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Von: Stefan Rampfel

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Luftaufnahme des ehemaligen Krankenhauses Lenglern.
Luftaufnahme des ehemaligen Krankenhauses Lenglern: Die Geflüchteten ziehen in das große Gebäude im unteren Bildrand (Haus D). © Stefan Rampfel

Bis zu 120 Menschen sollen ab Mitte Februar in das ehemalige Krankenhaus in Lenglern (Flecken Bovenden) ziehen. Reges Interesse bei einem Infoabend.

Lenglern – Im September vergangenen Jahres wurde das Krankenhaus Lenglern nach 73-jähriger Geschichte geschlossen. Seit 1995 war hier die Abteilung Pneumologie, Beatmungsmedizin und das Schlaflabor des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende beheimatet. Ab Februar wird in einem der Gebäude der ehemaligen Klinik eine Notunterkunft für bis zu 120 Geflüchtete eingerichtet.

Zu einer Informationsveranstaltung des Landkreises Göttingen über die Notunterkunft kamen am Freitagabend, 20. Januar, rund 130 Bewohnerinnen und Bewohner von Lenglern in das Landgasthaus Fricke.

Infoabend des Landkreis Göttingen zu geplanter Notunterkunft in Lenglern

Sozialdezernent Conrad Finger und Annette Allweil, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB), die die Einrichtung betreuen wird, informierten über den Sachstand und beantworteten Fragen.

Auch Jörg Woggon, Ortsbürgermeister von Lenglern, Daniel Küchenmeister, Pastor in Lenglern, sowie zwei Vertreter der Polizeiinspektion Göttingen nahmen an der Veranstaltung teil.

Rund 130 Lenglerner Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Infoveranstaltung des Landkreises Göttingen teil.
Rund 130 Lenglerner Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Infoveranstaltung des Landkreises Göttingen teil. © Stefan Rampfel

Der Mietvertrag mit dem Evangelischen Krankenhaus läuft über zwei Jahre. Conrad Finger betonte, dass es sich um eine Notunterkunft handele. Das bedeute, dass die ankommenden Menschen in der Regel nur eine sehr kurze Dauer hier verweilen werden, bis passende Wohnungen gefunden werden.

Verweildauer in der Lenglerner Notunterkunft liegt zwischen wenigen Tagen und maximal vier Wochen

„Wir sprechen hier von wenigen Tagen bis maximal vier Wochen“, so Finger. Man habe in den anderen Not- oder Flüchtlingsunterkünften im Landkreis in Germershausen, Wollershausen und Hann. Münden sehr gute Erfahrungen mit der Bevölkerung vor Ort und ihrem ehrenamtlichen Engagement gemacht, sagt der Sozialdezernent.

Beispielhaft nannte er Spielzeugsammlungen, Kleiderspenden oder gemeinsame Aktivitäten mit den Geflüchteten im Ort.

Lenglerns Ortsbürgermeister Jörg Woggon betonte, dass man im Ort eine Gemeinschaft sehr engagierter Menschen habe. „Die humanitäre Hilfe ist wichtig, ich zähle auf euch“, hofft er auf die Unterstützung der Lenglerner Bürgerinnen und Bürger.

Obergrenze für Aufnahme von Geflüchteten liegt in Lenglern bei 120 Menschen

Er sagte aber auch, dass man bislang nur vereinzelt Flüchtlinge aus der Ukraine in Lenglern aufgenommen habe und dies jetzt eine andere Dimension sei.

„Wir können nicht sagen, wie viele Menschen wann kommen“ so Conrad Finger. Die Zahl von 120 Menschen sei die Obergrenze, und es kämen nicht nur Schutzsuchende aus der Ukraine, sondern auch aus anderen Staaten wie Syrien, Afghanistan oder dem Irak.

Silke Otte von der Polizei Göttingen betonte, dass es in keiner der Unterkünfte im Landkreis bislang relevante Sicherheitsprobleme gegeben habe. Der Landkreis wird die Geflüchteten auf den alten Stationen 3 und 4 im Gebäude D des ehemaligen Krankenhauses unterbringen.

Landkreis Göttingen schließt Mietvertrag mit dem Evangelischen Krankenhaus über zwei Jahre

Den Kritikpunkt aus dem Publikum, dass hier zu wenig Platz sei, konnte der Sozialdezernent schnell entkräften: „Wir reden hier von einer kurzen Übergangszeit in einer Notunterkunft, und es ist immer noch besser, als in einer Turnhalle“, so Finger.

„Wir nutzen in dem Gebäude rund vierzig Zimmer, und diese sind nicht überbelegt.“ Und: „Wir bieten im Landkreis Göttingen deutlich bessere Bedingungen als der Durchschnitt im ganzen Land.“ Die ersten Geflüchteten werden Mitte bis Ende Februar erwartet. (Stefan Rampfel)

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