Baubeginn steht noch nicht fest

Gemeinde Rosdorf bekommt einen Bahnhaltepunkt

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Noch rauscht der Cantus in Rosdorf mit hohem Tempo durch: Der Gemeinderat sprach sich mit großer Mehrheit für einen neuen Haltepunkt ganz in der Nähe des früheren Bahnhofs (Foto) aus.

Die Gemeinde Rosdorf bekommt wieder einen Bahnhaltepunkt. Der Gemeinderat sprach sich am Montag mit großer Mehrheit für die Reaktivierung aus.

Inzwischen ist auch klar, wo der neue Haltepunkt entstehen soll: Als Standort ist der Bereich nördlich des bestehenden Bahnübergangs an der Bahnhofstraße vorgesehen – mit zwei Bahnsteigen für Fahrten Richtung Kassel/Eschwege und Göttingen. Wann Baubeginn für das Projekt ist, steht bislang noch nicht fest. 

Im Gespräch war auch ein Neubau weiter im Norden (Haltepunkt Mitte). Allerdings können dort die notwendigen Flächen nicht erworben werden. Deshalb schied diese Variante aus.

Gemeinde muss nicht selbst investieren

Die weitere positive Nachricht: Die Gemeinde bekommt das Projekt, ohne selbst investieren zu müssen. Das hat gleich zwei Gründe: Zum einen hat die Deutsche Bahn bei Prüfungen festgestellt, dass sich der Bahnstopp Rosdorf „wirtschaftlich betreiben“ lässt. Experten gehen von mehr als 1000 Reisenden täglich aus.

Deshalb übernimmt das Unternehmen als Teil einer „Stations-Offensive“ den 25 Prozent-Anteil am Bau des eigentlichen Haltepunkts – Gesamtkosten etwa drei Millionen Euro. Die restlichen 75 Prozent werden über die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) bereitgestellt.

Etwa 300.000 Euro müssen für die Außenanlagen mit Park-and-Ride-Plätzen und Bike-and-Ride-Plätzen investiert werden. Diesen Anteil will der Landkreis Göttingen komplett übernehmen. Das gilt auch für den Kauf von benötigten Flächen.

Haltepunkt ist ein wichtiges Zukunftsprojekt

„Wenn wir das Angebot jetzt nicht angenommen hätten, wären wir voraussichtlich in den nächsten 30 Jahren raus gewesen“, sagt Rosdorfs Bürgermeister Sören Stein. Für ihn ist der Bau ein wichtiges Zukunftsprojekt: Er verweist beispielsweise auf die Tendenz weg vom Auto

 „Wir wissen nicht, wie sich der Individualverkehr in Zukunft entwickelt. Mit dem Bahnhalt kommen wir auch in Zukunft bequem nach Göttingen“, so Steinberg. Allerdings sei es dazu wichtig, dass der künftige Haltepunkt gut angebunden sei. Dies gelte auch für den Busverkehr.

Steinberg sieht sogar noch eine weitere Chance: „Sollte es einmal eine S-Bahn zwischen Hannover und Kassel geben, so wären wir direkt an beide Zentren angebunden.“

Cantus Bahnen pendeln seit 2006

Seit Ende 2006 pendelt die Verkehrsgesellschaft Cantus zwischen Nordhessen und Göttingen. Bislang fahren die Triebzüge ohne Halt zwischen Friedland und Göttingen durch. Das würde sich mit der Einrichtung eines Haltepunktes in Rosdorf natürlich ändern. 

Probleme beim Fahrplan sehen Experten nicht. Hintergrund: Die eingesetzten Triebwagen vom Typ Stadler Flirt sind spurtstark. Derzeit betreibt Cantus 21 der drei- oder vierteiligen Zuggarnituren auf ihrem Streckennetz, das bis Fulda in Osthessen reicht.

Keine Chance für Obernjesa und Bovenden

Beim Thema Reaktivierung von Haltepunkten waren natürlich auch andere Orte im Landkreis Göttingen im Gespräch: So gab es Überlegungen den Stopp in Obernjesa wieder einzurichten. Allerdings wurden dort nur 500 Fahrgäste am Tag prognostiziert – zu wenig.

Schon zuvor hatte ein Planungsbüro der Einrichtung von Haltepunkten in Weende und Bovenden eine Absage erteilt. Insgesamt waren in Niedersachsen über 40 Standorte mit Blick auf eine Reaktivierung untersucht worden. Am Ende blieb Rosdorf als einer von elf übrig.

Nicht alle Bauprojekte sind im Ort willkommen: In Rosdorf bei Göttingen regt sich massiver Protest gegen einen Abriss einer Villa. 

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