Internationales Programm

Gemeinsame Projekte sollen Landflucht auch in Osteuropa verhindern

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Wichtiges Thema Landflucht: In der Heimvolkshochschule Mariaspring, Bovenden, fand ein Erasmus-Projekt statt. Verantwortlich waren LEB-Regionalleiterin Cornelia Luer-Hempfing, vorne Zweite von rechts, HVHS-Leiter Boris Brokmeer, vorne rechts, und Mitarbeiterin Rilana Pau, vorne links, die sich mit den Projektteilnehmern aus Deutschland und Osteuropa zeigten. Foto: Schröter

Bovenden. Das Thema Landflucht steht im Mittelpunkt eines internationalen Erasmus+-Projektes, das mit einemTreffen von Jugendeinrichtungen aus mehreren Ländern in  Mariaspring begann.

Auf Einladung des Vereins Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen (LEB) und der Heimvolkshochschule (HVHS) Mariaspring waren Delegationen von Jugendeinrichtungen aus Deutschland, der Ukraine, Weißrussland und Rumänien nach Bovenden gekommen. „Ursprünglich sollte das Thema ‘Flüchtlinge im ländlichen Raum´ diskutiert und ein gemeinsames Projekt dazu entwickelt werden“, sagte LEB-Regionalleiterin Cornelia Lüer-Hempfing. Da im Laufe der Gespräche aber schnell klar geworden sei, dass die osteuropäischen Teilnehmer ganz andere Erfahrungen mit dem Thema Integration und Flüchtlinge gemacht hätten als Deutschland und dass dort auch ganz anders damit umgegangen werde, habe man sich auf das Thema Landflucht geeinigt. „Schließlich geht es dabei im weiteren Sinne auch um Migration“, sagt Lüer-Hempfing.

Wie wichtig das Thema Landflucht etwa in Rumänien ist, schilderte ein Mitarbeiter der Organisation „Impreuna Ineu“, die sich vor Ort um Bildung und Integration für benachteiligte Kinder wie Waisen, Sinti und Roma kümmert. „Viele ältere Menschen sitzen ganz allein in ihren Dörfern, weil es dort keine Arbeit und keine Perspektive gibt und es ihre Kinder deswegen entweder in die Großstädte oder ins Ausland zieht“, sagte er.

Weil dieses Problem so oder ähnlich in allen Teilnehmerländern besteht, wurde ein regelmäßiges Netzwerktreffen beschlossen, dass einmal jährlich jeweils von einem anderen Land organisiert werden soll.

„Dort soll dann über aktuelle Entwicklungen rund um Landflucht und Migration sowie jeweils neue Projekte zum Thema regionale Entwicklung diskutiert werden“, sagt Cornelia Lüer-Hempfing.

Darüber hinaus wurden jährliche Jugendcamps mit Teilnehmern aus allen vier Teilnehmerstaaten vereinbart, die ebenfalls abwechselnd in den Ländern ausgerichtet werden.

„Die Jugendlichen arbeiten außerdem vor Ort an Projekten, die die Landflucht verringern sollen – beispielsweise unterstützend beim Aufbau von Sportstätten auf dem Land in Weißrussland“, schildert die LEB-Regionalleiterin. Gesamtziel des Projektes sei es, den ländlichen Raum zu stärken. (per)

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