Internetportale-Statistiken liefern nur Überblick

Genossenschaften sind Mietpreisregulierer

Wohngebiet Windausweg in Göttingen: Drei Genossenschaften haben zusammen das Quartier gebaut. Alle Wohnungen sind bezogen. In Göttingen gibt es insgesamt 11 000 Genossenschaftswohnungen. Foto: Kopietz
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Wohngebiet Windausweg in Göttingen: Drei Genossenschaften haben zusammen das Quartier gebaut. Alle Wohnungen sind bezogen. In Göttingen gibt es insgesamt 11 000 Genossenschaftswohnungen. Foto: Kopietz

Göttingen. Göttingen ist ein exklusiver Wohnort – das ist die Einschätzung des Internetportals „Immowelt.de“. Grund sind die hohen Immobilienpreise und Mieten. Mieter zahlen laut „Immowelt“-Statistik im Durchschnitt acht Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

Mietmindernd wirken sich die vielen Genossenschaftswohnungen in der Universitätsstadt aus.

In dem Vergleich von 14 norddeutschen Städten ist das Wohnen nur in Hamburg teurer, wo im Schnitt 11,10 Euro Kaltmiete bei Neuvermietungen pro Quadratmeter gezahlt werden müssen.

Ein Segen für viele Göttinger sind die Genossenschaftswohnungen. Davon gibt es in der 128 000-Einwohner-Stadt mehr als 11 000. Davon sind im Bestand der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft 4500 Wohnungen, 4300 gehören der Wohnungsgenossenschaft Göttingen und 2500 bietet die Volksheimstätte Göttingen an.

Die Städtische Wohnungsbau hat eine Durchschnittsmiete all ihrer Wohnungen von fünf Euro pro Quadratmeter ermittelt, wie Geschäftsführer Rolf-Georg Köhler der HNA sagte. Wohnungen mit Sozialbindung sind günstiger. Grundsätzlich bietet die Wohnungsbau für 2,50 Euro-Aufschlag ein „Rundum-Sorglos-Paket“ mit allen Nebenkosten.

Die Durchschnitts-Kaltmiete für Wohnungen der Volksheimstätte beträgt fünf Euro für Bestandswohnungen, sechs Euro für Neuvermietungen und 8,30 Euro für Neubauwohnungen, wie Vorstand Thorsten May mitteilt.

Bestimmte Wohnungen in Neubauten können noch teurer sein. „Wir können heute aufgrund der hohen Auflagen nicht mehr günstiger bauen“, nennt Köhler einen Grund. Für Neubauwohnungen werden die Genossenschaften schon bald die Mieten erhöhen müssen, glaubt er.

Zum Glück aber wirke der hohe Bestand auch an alten Genossenschaftswohnungen preisregulierend: „Ohne diese Wohnungen würde der Mietdurchschnittspreis hier explodieren“, sagt Köhler.

Der für Göttingen von „Immowelt“ genannte Mietdurchschnittspreis wird von anderen Portalen noch überboten: „Miet-Check“ errechnet eine Durchschnittsmiete von 8,30 Euro und die „PWIB-Wohnungs-Info-Börse“ kommt sogar auf 8,45 Euro.

Kleinere Wohnungen sind verhältnismäßig teuer, wie die in Göttingen bei Studenten beliebten Ein-Zimmer-Appartements. Sie kosten bei einer Größe zwischen zehn und 30 Quadratmetern laut Mietpreis-Infoportalen zwischen 9,50 und 13 Euro pro Quadratmeter. Eine Vier-Zimmer-Wohnung mit 100 Quadratmetern kostet im Schnitt zwischen 7,50 und acht Euro.

Einen einheitlichen Mietpreisspiegel für Göttingen gibt es nicht.

Von Thomas Kopietz

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