„Barri-Mess“ soll bei Bauvorhaben helfen

Gerät ermittelt Barrierefreiheit

Weltneuheit: Wolfgang Peter (Zweiter von rechts) demonstriert das Messgerät, mit dem Barrierefreiheit ermittelt werden kann. Foto:  Niesen
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Weltneuheit: Wolfgang Peter (Zweiter von rechts) demonstriert das Messgerät, mit dem Barrierefreiheit ermittelt werden kann.

Duderstadt. Für einen Rollstuhlfahrer sollte eine Tür 90 Zentimeter breit sein, Schalter sollten nicht höher als 85 Zentimeter angebracht sein und die Steigung einer Rampe nicht mehr als sechs Prozent betragen.

Diese und noch einige andere Werte mehr, die für Barrierefreiheit wichtig sind, können mit dem neuen, 90 Zentimeter langen Messgerät „Barri-Mess“ problemlos und auf den ersten Blick ermittelt werden. Der Göttinger Erfinder Wolfgang Peter stellte seine Entwicklung, mit der barrierefreies Bauen leicht gemacht wird, nach einer über zehnjährigen Tüftelphase jetzt in den Räumen der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen mbh (GAB) in Duderstadt vor.

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte lobte sie als Weltneuheit. Göttingens Landrat Bernhard Reuter sagte, es würde dabei helfen, die Barrierefreiheit im Landkreis Göttingen „Stück für Stück“ herzustellen.

Diplom-Holzwirt Wolfgang Peter musste selbst mit einem schweren Schicksalsschlag fertig werden. Der „fast 62-Jährige“ erlitt vor 19 Jahren eine Hirnblutung, die ihn halbseitig lähmte und ihm die Sprache raubte, aber nicht seinen Lebensmut und seine Energie. Nach einer dreijährigen Reha-Phase kann er heute wieder Dinge tun, die für ihn wichtig sind, wenn auch teilweise etwas langsamer als andere Menschen.

Ermittlung

Unter anderem engagiert er sich als Behindertenbeauftragter in Göttingen für andere Betroffene. Seine und andere Erfahrungen führten zur Entwicklung des Werkzeugs, mit dem sich einfach und schnell die Barrierefreiheit in Gebäuden ermitteln lässt. In den Schulen von Dransfeld und Gieboldehausen wurde es jetzt erprobt, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Mit Gieboldehausen sei er sehr zufrieden, in Dransfeld gäbe es jedoch erhebliche Probleme bei der Verbindung der zu unterschiedlichen Zeitpunkten errichteten Gebäudetrakte über Treppenstufen, sagte er. Er forderte, die Verwirklichung der Barrierefreiheit pragmatisch anzugehen.

Patent angemeldet

Inzwischen sind die ersten zehn Messgeräte in den Werkstätten der GAB gefertigt worden. Außerdem hat es Wolfgang Peter zum Patent angemeldet.

Der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Northeim, Michael Till, der selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist, sagte, Behinderte hätten nach wie vor überall mit Problemen zu kämpfen. Er werde das Messgerät als erstes dem Northeimer Pflegestützpunkt in die Hand drücken. (zhp)

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