Ex-Leiter Neuropharmakologie Universitätsmedizin Göttingen

Gerhard Schmidt mit 88 Jahren gestorben

Gestorben: Prof. Gerhard Schmidt, ehemaliger Chef der Neuropharmakologie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
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Gestorben: Prof. Gerhard Schmidt, ehemaliger Chef der Neuropharmakologie in der Göttinger Uni-Klinik

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) trauert um Professor Gerhard Schmidt, der am 12. Januar im Alter von 88 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben ist.

Göttingen - Schmidt war von 1969 bis zum Erreichen der Altersgrenze 1997 Leiter der Abteilung Neuropharmakologie im Zentrum Pharmakologie und Toxikologie an der UMG sowie langjähriger Studiendekan und Promotor der Medizinischen Fakultät.

Über seinen Ruhestand hinaus bis 2000 war er mit der Verwaltung der Professorenstelle Neuropharmakologie betraut. Zudem stand Schmidt auch noch im Hörsaal – nahm lange nach seinem „Ruhestand“ Lehraufgaben wahr.

Schmidt ist Träger der Albrecht-von-Haller-Medaille, der höchsten Auszeichnung, die die Medizinische Fakultät Göttingen verleiht. Der gebürtige Berliner studierte in Würzburg und Göttingen Medizin und promovierte 1956. 1964 habilitierte er sich mit einer Schrift zur Wirkung des Kokains. 1969 wurde er zum Professor für Neuropharmakologie am Zentrum Pharmakologie und Toxikologie der Uni Göttingen berufen.

Die UMG schreibt in ihrem Nachruf: „Der Einsatz von Gerhard Schmidt für Forschung und Lehre war immer auf die Klarheit in der Sache gerichtet, was er sagte, war präzise und fundiert.“ Die Uni-Klinik-Verantwortlichen attestieren ihm „hohes wissenschaftliches Interesse, Kollegialität und Hilfsbereitschaft“ – all das habe Schmidts Weg in Forschung und Lehre wie auch sein Wirken in der Fakultät geprägt.

Wissenschaftliche Reputation erlangte Schmidt mit Forschungen über Behandlungsmöglichkeiten bei Vergiftungen und den Folgen von Medikamenten für Lunge und Herz. Zusammen mit seinem Schüler Prof. Friedrich Vetterlein etablierte er innovative Verfahren zur Darstellung der Mikrozirkulation – zur Untersuchung der Blutversorgung der Gewebe bis hin zur einzelnen Zelle. „Diese Verfahren hat er genutzt, um den Einfluss von Medikamenten auf die Durchblutung von Herz, Niere und Bauchspeicheldrüse zu messen.“

Lange über seine Pensionierung hinaus engagierte sich Gerhard Schmidt in den Gremien der Fakultät für die Lehre. „Professor Schmidt war ein herausragender akademischer Lehrer. Als Sprecher der Studienkommission hat er 25 Jahre die medizinische Ausbildung in Göttingen maßgeblich gestaltet – auch als Vorsitzender des zahnärztlichen Prüfungsausschusses und Beauftragter für die ärztliche Prüfung.

Schmidt war auch ein Kämpfer für die Reduzierung der Tierversuche in der medizinischen Forschung auf ein notwendiges Maß.

Von Thomas Kopietz 

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