Alter Botanischer Garten: Auch Victoria-Haus mit Riesenseerose abgerissen

Gewächshäuser sind dem Erdboden gleichgemacht

Nur noch Glasbruch und Metallschrott: Im Alten Botanischen Garten in der Innenstadt von Göttingen wurden fünf kleine Gewächshäuser abgerissen. Darunter ist auch das Victoria-Haus mit der Riesenseerose. Ein Neubau ist geplant. Foto: Kopietz

Göttingen. Ein Naturschauspiel in Göttingen fällt 2016 definitiv aus: Die Blüte der Riesenseerose Victoria im gleichnamigen Victoria-Gewächshaus. Denn das gibt es nicht mehr. Die Bagger haben dem maroden Bau auf dem Gelände des Alten Botanischen Gartens ein Ende gemacht.

Insgesamt sind fünf kleine Gewächshäuser betroffen, sie waren nicht nur altersschwach, sondern auch nach energetischen Gesichtspunkten nicht mehr zeitgemäß. Die Zweckbauten verschlangen Energiekosten, deshalb habe man sich für den Abriss entschieden, sagte Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel kürzlich während des Presse-Empfangs der Universität.

Die fünf Gewächshäuser gehörten aber nicht zu den historischen und denkmalgeschützten Gebäude im Alten Botanischen Garten am Stadtwall. Stattdessen waren in den nun abgerissenen Häusern vor allem Jungpflanzen angezogen worden – zu Forschungs- und Lehrzwecken. Diese Anzucht habe an Bedeutung verloren, und im biologischen Unterricht spielten echte Pflanzen ebenfalls nur noch eine untergeordnete Rolle, teilt die Universität mit.

Das Victoria-Haus aber war das beliebteste und meistbesuchte Gebäude auf dem Areal: Wenn die Victoria während einer Woche im Sommer blühte, kamen etwa 5000 Besucher in das Haus mit dem großen Wasserbecken. Die riesigen Blätter der Victoria-Seerose trugen sogar Babys.

Die Pflanzen wurden weitestgehend in anderen Botanischen Gärten leihweise untergebracht, so in Berlin-Dahlem.

Auf der Fläche der abgerissenen Gewächshäuser soll ein moderner, energieeffizienter Neubau entstehen. „Dafür müssen wir aber auch noch Geld einwerben“, sagte Beisiegel. Wann gebaut werden kann, steht noch nicht fest.

Die Planung für Bauten und künftige Nutzung beginne in Kürze, wie Uni-Pressesprecher Romas Bielke auf Anfrage sagte. (tko)

Von Thomas Kopietz

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