Polizeibeamte werden häufiger attackiert

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Symbolbild Polizei

Göttingen. Polizeibeamte wurden im vergangenen Jahr beim Ausüben ihres Berufes deutlich öfter körperlich angegriffen als 2011. Die Gewaltkriminalität und der Widerstand gegen Polizeibeamte hat in Göttingen – wie auch im Landestrend - noch einmal zugenommen.

Das sei grundsätzlich nicht tolerabel und für die Beamten ein nicht tragbarer Zustand, sagte Kripo-Chef Andreas Kühn jetzt bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2012 für die Polizeiinspektion Göttingen. 633 Fälle, das waren 30 mehr als 2011, in denen Personen die Beamten attackierten wurden registriert. Dazu zählten aber keine Vorfälle bei Demonstrationen. Auch gab es mit 81 mehr Vorfälle, bei denen Personen gegen Polizisten körperlichen Widerstand leisteten. 2011 wurden 72 dieser Taten registriert.

Nach Aussage der Polizei-Verantwortlichen müsse mehr für die Sicherheit der Beamten beim Ausüben ihres Berufes getan werden. „Leider ist eine zunehmende Respektlosigkeit zu beklagen“, stellte Kühn ernüchtert fest.

Sonderregelung im Strafrecht

Kürzlich hatte der Präsident der Polizeidirektion Göttingen, Robert Kruse, im HNA-Gespräch eine Sonderregelung im Strafrecht gefordert, mit denen Attacken auf Polizisten gezielter geahndet werden könnten. Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Lutz Knopek (FDP) pflichtete Kruse zwar grundsätzlich bei und verurteilte die zunehmende Gewalt gegen Polizisten, auch bei Großveranstaltungen wie rund um Fußballspiele. Knopek aber lehnt ein Sonderstrafrecht grundsätzlich ab. Denn ein solches würde zugleich Forderungen nach weiteren Sonderregelungen nach sich ziehen, wie im Fall von Angriffen gegen Rettungskräfte, Feuerwehrleute, oder auch gegen Kinder und Frauen. Diese Szenarien aber könnten schon heute in der Urteilsfindung bewertet werden, sagte Knopek. „Wir brauchen kein Zweiklassenstrafrecht.“ (tko)

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