Enge Zusammenarbeit der Gemeinden

Plan: Gewerbegebiet an A 38 - Friedlands Bürgermeister kündigt Gespräche an

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Pläne für ein interkommunales Gewerbegebiet Friedland/Rosdorf: Im Bereich der Autobahn 38 (im Hintergrund), unterhalb der Deponie bei Deiderode (vorn), wäre Platz für die Ansiedlung von Betrieben.

An der Ausfahrt Deiderode der Autobahn 38, unterhalb der dortigen Deponie, könnte ein interkommunales Gewerbegebiet der Gemeinden Friedland und Rosdorf entstehen.

Deiderode – Die Gespräche dafür sollen jetzt anlaufen. Das kündigt Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) in einem offenen Brief an.

Die Pläne für das Gebiet, das zwischen 15 und maximal 27 Hektar (20 bis 36 Fußballfelder) groß sein könnte, sind nicht neu. Die Projektidee wurde beim Bau der neuen A 38 entwickelt und taucht bereits in den Flächennutzungsplänen der Gemeinden Friedland und Rosdorf auf. „Wir hatten damals überlegt, welchen Vorteil wir durch den Autobahnbau haben können“, sagt Friedrichs.

Steuern werden geteilt

Rosdorfs Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) betont, dass seine Gemeinde bei dem Projekt eng mit Friedland zusammenarbeitet. Außerdem sei klar: Gewerbesteuereinnahmen, die nach einer möglichen Ansiedlung erzielt werden, teilen sich beide Kommunen.

Sören Steinberg (SPD)Bürgermeister von Rosdorf

Laut Friedlands Verwaltungschef Friedrichs gibt es inzwischen großes Interesse von Unternehmen an einer Ansiedlung bei Deiderode – auch aus dem Bereich der Logistik. Ein möglicher Grund: Ein umstrittenes Sondergebiet Logistik, das bei Hebenshausen in der Nachbargemeinde Neu-Eichenberg (Werra-Meißner-Kreis) entstehen sollte, ist jetzt offenbar vom Tisch.

Nicht nur Logistik

Andreas Friedrichs erhofft sich aber einen anderen Mix: Da sich in der Nähe der vorgesehenen Fläche die Deponie, ein Umspannwerk und eine 110 000-Volt-Leitung befinden, ist aus seiner Sicht die Ansiedlung von Firmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien beziehungsweise von Unternehmen denkbar, die mit der Deponie in Zusammenhang stehen.

Andreas Friedrichs (SPD)Bürgermeister von Friedland

Inzwischen hat der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Friedland die Verwaltung beauftragt, „diskussions- und aussagekräftige Unterlagen“ für die eventuelle gewerbliche Entwicklung zu erstellen.

Friedrichs macht deutlich: „Es werden jetzt im Gespräche mit Investoren und Planern stattfinden, um Entwicklungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Gleichzeitig kündigt er an, dass die Planungsvarianten, sobald diese vorliegen, mit allen Gemeindegremien und Interessierten diskutiert werden. Aus Sicht von Friedrichs ist es verantwortungsvoll, alle „Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde Friedland aufzuzeigen und nach der Abwägung der Vor- und Nachteile zu entscheiden, ob die positiven oder negativen Einflüsse für die Gemeinde Friedland überwiegen“.

Breite Diskussion

Deshalb bittet Friedrichs um das Vertrauen und um ein halbes Jahr Zeit für die anstehenden Gespräche und eventuell für die Erstellung möglicher Planungsunterlagen. Er verspricht, dass er rechtzeitig über jede Veränderung und die weitere Vorgehensweise informiert und alle mitnimmt. „Natürlich werden auch die Orts- und Gemeindegremien informiert, und es werden sicherlich auch hier noch viele Diskussionen stattfinden. Eine erste negative Reaktion hat Friedrichs schon bekommen – von „Umweltschützern“.

Gleichzeitig äußerte der Verwaltungschef eine Bitte: „Nutzen Sie die gemeindlichen Veröffentlichungen, Homepage und Mitteilungsblatt der Gemeinde Friedland, sowie die Sitzungen der Gemeindegremien, um sich zu informieren und sich einzubringen, oder sprechen Sie mich einfach direkt an.“ 

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