Studien über das Laubgehölz

Baum des Jahres: Rotbuche kann mit Klimaveränderungen umgehen

Aktion in der Gemeinde Gleichen: (von links) Stefan Meier (Präsident der Baum des Jahres-Stiftung), der Deutsche Baumkönig Nikolaus Fröhlich, Dr. Klaus Merker (Leiter der Niedersächsischen Landesforsten) und Georg Schirmbeck (Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates) pflanzten eine Rotbuche, den Baum des Jahres 2022.
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Aktion in der Gemeinde Gleichen: (von links) Stefan Meier (Präsident der Baum des Jahres-Stiftung), der Deutsche Baumkönig Nikolaus Fröhlich, Dr. Klaus Merker (Leiter der Niedersächsischen Landesforsten) und Georg Schirmbeck (Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates) pflanzten eine Rotbuche, den Baum des Jahres 2022.

Die Rotbuche ist der Baum des Jahres 2022. Das gab die zuständige Dr. Silvius Wodarz-Stiftung im Reinhäuser Forst zwischen Bremke und Reinhausen in der Gemeinde Gleichen bekannt.

Bremke – „Die Buche hat zwei wichtige Botschaften in Zeiten klimatischer Veränderungen und extremer Wetterereignisse“, sagte Stefan Meier, Präsident der Baum-des-Jahres-Stiftung. Die zurückliegenden Jahre hätten allen Wald-, Stadt- und Parkbäumen stark zugesetzt. Auch der Zustand der Altbuchen sei kritisch.

„Die Buche befindet sich in Deutschland im absoluten Wuchsoptimum und kann Jahrzehnte im Schatten großer Waldbäume ausharren, bevor sie selbst in Führung geht“, sagt Meyer. „Dass jetzt sogar die Buchen derart unter Trockenheit und Sturmereignissen gelitten haben, schockiert mich als Förster.“

Unterstützung: Stefan Meier, Präsident der Baum des Jahres-Stiftung, überreichte Franziska Dannenberg von der Stiftung Zukunft Wald eine Spende von 10 000 Euro für das Anlegen eines Schulwaldes.

Andererseits gebe es auch gute Nachrichten. Erste Untersuchungen an jungen Buchen hätten gezeigt, dass die Buche durchaus fähig ist, mit Klimaveränderungen umzugehen. „Und wegen dieser beiden Botschaften haben wir uns dazu entschieden, die Rotbuche als erste Baumart überhaupt in der 33-jährigen Geschichte der Ausweisung zum zweiten Mal nach 1990 zum Baum des Jahres zu wählen“, sagte Meier.

Dr. Klaus Merker, Leiter der gastgebenden Niedersächsischen Landesforsten, lobte die Kür der Rotbuche. „Es ist eine Superentscheidung, die Buche nach 30 Jahren wieder auf den Thron zu heben, denn das ist einfach ein guter und wertvoller Baum“, sagte Merker. Mit der Wahl zum Baum des Jahres gehe auch immer eine besondere Aufmerksamkeit einher, „die der großen Bedeutung der Buche gerecht wird, die sie gerade jetzt im Klimawandel erlangt“.

Die Buche sei auf einem Viertel der Fläche der Niedersächsischen Landesforsten die Hauptbaumart. Ihr großer Anteil liege einerseits in ihrer Eigenschaft als „Mutter des Waldes“ begründet. Alte Buchten sorgen mit ihren Eckern für reichlich Nachwuchs“, so der Forstamtsleiter. Zugleich sei die Buche aber auch diejenige Baumart, an der für den Waldumbau kein Weg vorbeiführe.

Ein Teil des Reinhäuser Forstes in der Gemeinde Gleichen wird von der Rotbuche dominiert. Die Bäume können bis zu 30 Meter hoch werden, im dichten Wald können sie auch 50 Meter erreichen.

Merker freute sich aber nicht nur über die Baum-des-Jahres-Entscheidung der Dr. Silvius Wodarz-Stiftung, sondern auch über deren Spende in Höhe von 10 000 Euro an die Stiftung Zukunft Wald, deren Kuratoriumsvorsitzender er ist. Diese Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, mit diversen Projekten bestehenden Wald in Niedersachen zu erhalten und die Entstehung neuer Wälder zu fördern.

Durch das Projekt „Schulwälder gegen Klimawandel – Pflanzt nicht Worte, sondern Bäume!“ hat die Stiftung Zukunft Wald bis jetzt verteilt über ganz Niedersachsen zusammen mit insgesamt 60 000 Schülern bereits 60 Schulwälder angelegt. „Dank dieser großzügigen Spende können wir jetzt einen weiteren Schulwald anlegen“, freute sich auch die stellvertretende Stiftungsdirektorin Franziska Dannenberg. „Und unter den Bäumen dort werden dann sicher auch viele Rotbuchen sein“, kündigte sie an. (Per Schröter)

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