Fragen und Antworten zum Projekt

Baustelle Wendebach-Stausee: Abschluss voraussichtlich 2016

Abbrennen ist leichter als drankleben: Torsten Knoblauch, Bauoberleitung beim Wendebach-Stausee, mit dem abgebrannten Rest eines Stahlrohrs, das die Wände des neuen Überlaufs (Hintergrund) stabilisiert. Foto: Dittrich

Reinhausen. Noch ist die Erde braun und trocken, aber nächstes Jahr soll der Wendebach wieder gestaut werden, wenn genug Wasser fließt und der neu gebaute Staudamm steht.

Wir waren mit Bauoberleiter Torsten Knoblauch vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf der Baustelle bei Reinhausen.

Was wird beim Wendebach Stausee genau gebaut?

Der Staudamm ist nicht mehr sicher. „Das Gestein unter dem Damm ist durchlässig“, erklärt Knoblauch. Wäre bei einem Hochwasser gestaut worden, hätte der Damm brechen können. Deswegen wird der Damm jetzt niedriger und mit neuem Überlauf gebaut. Dafür sind fünf Millionen Euro eingeplant.

Was verändert sich durch die Bauarbeiten?

Der neue Überlauf entsteht an einer anderen Stelle, rund 100 Meter von dem alten entfernt. Für die gefällten Bäume werden an anderer Stelle neue gepflanzt. Der neue Überlauf ist rund 171 Meter hoch, sieben Meter niedriger als der bisherige. „Aber der Stausee wird genau so tief sein wie vorher“, erklärt Knoblauch. Dafür wurden rund 7000 Kubikmeter Schlamm aus dem Rückhaltebecken ausgebaggert. Das Wasser wird weiterhin bis auf 4,65 Meter gestaut. Der Stausee bleibt rund acht Hektar groß, der Flusslauf des Wendebachs wird nicht verändert.

Wie funktioniert die Entlastungsanlage?

Führt der Wendebach viel Wasser, wird es zunächst durch ein Schnabelwehr aufgestaut. Steigt das Wasser über die 4,65 Meter, fließt es in die Entlastungsanlage, bevor es in ein tieferes Tosbecken fließt. Durch die Verwirbelungen tost das Wasser - daher der Name des Beckens - und wird verlangsamt. Danach fließt es in den Bach.

Was ist mit den Tieren aus dem alten See passiert?

Als das Wasser abgelassen wurde, wurden Fische abgefischt und Muscheln aufgesammelt. Sie wurden in zwei Kiesteiche in der Region umgesetzt. Für die Kröten gibt es einen kleinen Tümpel, der laut Knoblauch in Zusammenarbeit mit den Amphibienfreunden Göttingen gestaltet wurde. Dieser wurde als Laichgewässer bereits angenommen: Am Montag tümmelten sich viele Qaulquappen im Wasser.

Wann sind die Bauarbeiten abgeschlossen?

Die Stahlwände stehen, 90 Prozent der Erdarbeiten sind ebenfalls fertig, sagt Knoblauch. Jetzt beginnen die Betonarbeiten. Läuft alles nach Plan und gibt es genug Niederschlag, kann im Frühjahr 2016 gestaut werden.

Baustelle Wendebach-Stausee: Abschluss voraussichtlich 2016

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