Kreis Göttingen

Riesige Spinne in Bananenkiste sorgt für Feuerwehr-Einsatz - jetzt äußern sich Experten

Die vermeintliche Bananenspinne: Schließlich stellte sich heraus, dass das Tier harmlos ist.
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Die vermeintliche Bananenspinne: Schließlich stellte sich heraus, dass das Tier harmlos ist.

Ein Mann entdeckt eine riesige Spinne in einer Bananenkiste. Inzwischen ist klar: Die Spinne ist harmlos. Zunächst ging ein Experte davon aus, dass es sich um eine giftige Bananenspinne handelt.

Reinhausen – Fehlalarm in Reinhausen: Bei dem von Nils Hübner in der Gemeinde Gleichen gefangenen, handtellergroßen Gliederfüßer handelt es sich nicht um eine giftige Bananenspinne, sondern um eine Riesenkrabbenspinne. Der Fall beschäftigte sogar Biologen in England.

„Das gefundene Tier lässt sich an seinem charakteristischen, weißen Schnurrbart eindeutig als Mitglied der Gattung Heteropoda in der Familie der Riesenkrabbenspinnen erkennen“, erklärt Professor Rainer Breitling, der an der Universität Manchester Systembiologie lehrt. Mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ handele es sich um die Warmhaus-Riesenkrabbenspinne (Heteropoda venatoria). Anders als zuvor vermutet, sei die riesige Spinne daher ungefährlich. Bananenspinnen, deren Gift auch dem Menschen unangenehm werden könne, gehören dagegen zur Gattung Phoneutria in der Familie der Kammspinnen.

Riesige Spinne in Bananenkiste gefunden? Experte rät dazu, Ruhe zu bewahren

Zu diesem Ergebnis kommt auch Spinnenforscher Alexander Bach, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Universität Aachen tätig ist. Dass Bananenspinnen zusammen mit Früchten nach Deutschland eingeschleppt würden, sei „extrem selten“. Auch in Supermärkten würden immer mal wieder große, ungefährliche Arten mit der Bananenspinne verwechselt. Dann würden die Märkte gesperrt. Feuerwehr und Kammerjäger rückten an.

Bach rät dazu, Ruhe zu bewahren. Spinnen ließen sich ohne Probleme mit einem leeren Glas einfangen. Dabei sei darauf zu achten, keinen Schatten auf das Tier zu werfen. Diese liefen sonst, auf der Suche nach einem dunklen Versteck, auf den Menschen zu. Ein Foto des Tieres lasse sich im Forum der Arachnologischen Gesellschaft unter forum.arages.de posten. Dort gebe es rasch eine Rückmeldung.

Exotische Giftspinnen in Deutschland - „Nur eine begrenzte Gefahr“

„Selbst von gefährlichen, exotischen Arten geht nur eine begrenzte Gefahr aus“, meint Bach. Die Tiere verkröchen sich in eine dunkle Ecke. Dort würden sie aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit in deutschen Wohnungen bald sterben. Der wissenschaftliche Mitarbeiter ist fasziniert von den achtbeinigen Wesen, die die Evolution vor 360 Millionen Jahren hervorgebracht hat. Spinnen können in der Regel kaum sehen.

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Die Welt nehmen sie mit Sinneszellen an ihren feinen Haaren wahr, die auf Luftzug und Druckveränderungen aufgrund von Bewegung reagieren. „Die Tiere bewegen sich kaum, wenn sie sich einmal einen Unterschlupf gebaut haben“, sagt Bach. Deshalb ließen sich auch große Vogelspinnen gut in kleinen Terrarien halten.

Vogelspinnen hat auch André Hoppe von der Berufsfeuerwehr Göttingen früher gehalten. Wegen seines Hobbys zogen ihn die Kollegen nach dem Fund in Reinhausen zu Rate. „Ich bin kein Biologe“, stellt er klar. Gefangen hat das Tier Laborant Nils Hübner. „Meine Eltern hatten sich beim Discounter Bananenkartons für einen Umzug geholt“, erzählt er. Abends entdeckte der Sartorius-Mitarbeiter dann das – mit Beinen – handtellergroße Tier. Er fing es mit einem Trinkglas ein und benachrichtigte am nächsten Tag die Feuerwehr. (Michael Caspar)

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