„CO2-neutral durchs Gartetal“

Schwachstellen im Radwegenetz: HAWK-Studierende fragen Bürger und suchen Finanzierungsmodelle

Ein Radfahrer fährt auf einem kleinen Weg im Grünen, im Vordergrund ein Schild mit Rad- und Fußwegende
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Kurz hinter der Abfahrt Niedeck endet der Radweg entlang der Landesstraße 569 Richtung Klein Lengden. Es geht auf einem Wirtschaftsweg weiter.

Studierende der HAWK fragen, was sich Radfahrer in Gleichen wünschen und wollen Finanzierungsmöglichkeiten finden, um den Radwegebau voranzutreiben.

Gleichen – Nach Schwachstellen im Radwegenetz der Gemeinde Gleichen suchen vier Studierende der Göttinger Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK). Sie arbeiten mit der Radfahrinitiative „CO2-neutral durchs Gartetal“ zusammen, die zur Arbeitsgruppe Mobilität gehört. Diese hat Gemeindebürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD) 2019 ins Leben gerufen.

Betreut von Dr. Tobias Behnen schauen sich Lisa Acalski und Kevin Klotz, Niko Wagner und Timon Zeidler die Radwege vor Ort an, befragen Bürger nach ihren Wünschen und hören Experten an.

„Wir wollen zudem Finanzierungsmöglichkeiten für den Radwegebau und gute Praxisbeispiele ausfindig machen“, sagt der angehende Regionalmanager und Wirtschaftsförderer Klotz von der Fakultät Ressourcenmanagement.

Radwegenetz in Gleichen: Ergebnisse bis Ende Juli

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit, deren Ergebnisse Ende Juli vorliegen werden, ist der Bau eines Radwegs entlang der Landesstraße 569 zwischen der Niedeck und der Historischen Spinnerei bei Klein Lengden. „Der Lückenschluss würde das obere Gartetal besser mit Göttingen verbinden“, sagt Jonas Glatthorn von der Radfahr-Initiative.

Der Ökosystemforscher radelt täglich von Rittmarshausen zu seinem Arbeitsplatz auf dem Göttinger Nordcampus. Bisher müssen Zweiradfahrer einen geschotterten Weg oder die stark befahrende Straße nutzen.

Um der Forderung nach dem Lückenschluss Nachdruck zu verleihen, hat die Initiative bereits 1300 Unterschriften gesammelt. Sie überreichten sie Landrat Bernhard Reuter (SPD) und der Ersten Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne). Diese leiteten die Listen nach Hannover weiter.

Radwegenetz in Gleichen: Zunehmende Verbreitung von E-Bikes

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung teilte der Radfahr-Initiative daraufhin mit, dass der Abschnitt nicht im Radwegeplan von 2016 stehe. Damit liege die Verantwortung bei der Kommune, die ihn mit eigenen Mitteln finanzieren müsse.

Alternativ könne die Initiative die Planung des Wegs auf eigene Kosten in Auftrag geben. Das Land unterstütze dann den Bau. Die Antwort hat die Initiative nicht überzeugt. Sie hat nun die HAWK mit ins Boot geholt.

Zu den Hintergründen der Bemühungen sagt Sprecherein Sabine Freese aus Wöllmarshausen: „Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von E-Bikes wollen immer mehr Gleichener mit dem Rad zur Arbeit fahren.“ Die Leiterin der Berufsbildenden Schulen in Duderstadt nutzt selbst für die Fahrten in die Brehmestadt das Rad.

Radwegenetz in Gleichen: Verbesserungsbedarf

Verbesserungsbedarf gibt es nach Meinung der Initiative auch bei den Wegverbindungen innerhalb der Gemeinde, die vor allem Kinder und Jugendliche nutzen. Zugenommen hat nach Beobachtung der Initiative der Radtourismus auf dem Weser-Harz-Heide-Radweg, der durch die Gemeinde führt.

Die Gemeinde Gleichen ist flächenmäßig betrachtet größer als die Stadt Göttingen, hat aber nur 8000 Einwohner. Die Menschen leben in 16 Dörfern. (Michael Caspar)

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