Auszeichnung für satirisches Lebenswerk

Göttingen hat einen neuen Elch – diesmal aus Kassel: Gerhard Glück

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Neuer Göttinger Elch-Preisträger: Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (links) überreichte Gerhard Glück die Urkunde.

Göttingen. Vom Kunstlehrer zum Elch-Preisträger: Diesen Werdegang haben nur wenige Satiriker. Der ehemalige Kasseler Lehrer und seit vielen Jahren erfolgreiche Kasseler Karikaturist Gerhard Glück hat es geschafft und erhielt am Sonntag im bis auf den letzten Platz gefüllten Deutschen Theater den Göttinger Elchpreis 2017.

Wortspiele

Wortspiele, zu dem sein Name herausfordert, mag Glück eigentlich gar nicht. An diesem Ehrentag aber waren zwei, drei erzwungene Vergleiche erlaubt: Der Name Pech böte sich so ja auch nicht so an, sagte der Schweizer Verleger und Glück-Freund Peter Baumann, denn auch treffend.

Analytischer Blick

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bezeichnete Gerhard Glück „als hart arbeitenden Zeichner-Philosophen mit analytischem Blick eines Gesellschaftspsychiaters“. Dank Glück hätten zahlreiche Werke der klassischen Kunst neu gemalt werden müssen.

Launig-witzig

Durch die Veranstaltung im Deutschen Theater führte launig-witzig der Göttinger Kabarettist und Comedian Lars Wätzold. Eine weitgehend im südhessischen Akzent gesprochene Rede – bestehend aus Werken von F.W. Bernstein und ihm selbst, hielt Titanic-Mitbegründer Pit Knorr. Und das kam selbst im so hochdeutschen Göttingen und mit Hessen stets konkurrierenden Niedersachsen an.

Preistier

Ansonsten stand das Preistier im thematischen Mittelpunkt: der Elch.

Fotos mit Mini-Elch

Gerhard Glück selbst beschäftigte sich mit dem Elch, dessen „erheblich gestörter Statik“ und seinem eigentlich menschenfreundlichen Wesen, das ihm beim Zusammentreffen mit Autos auch manchmal das Leben kosten würde. Glück schilderte auch sein sehr verschrobenes, aber auch liebevolles, Elchbild, das er im Frankfurter Zoo als Kind bekommen hatte – dort gab es keine Elche! Fotos mit einem essbaren Mini-Elch in der Hauptrolle sorgten während seines Vortrages für großes Amüsement bei den Zuschauern.

Göttingen hat mit Gerhard Glück einen neuen Elch aus Kassel

Riesenbeifall

Mit der Paarung der Elche beschäftigte sich ein Alt-Elch, Ernst Kahl – Preisträger 2007. Seine Geschichte über Brunft und Akt war und ist herrlich, dafür gab es Riesenbeifall.

Satirisches Lebenswerk

Der Göttinger Elchpreis wird seit 20 Jahren jährlich für ein satirisches Lebenswerk verliehen. Dotiert ist er mit 3333 Euro und einer silbernen Elch-Brosche. Die bisher dazugehörigen 99 Dosen Elchsuppe gab es diesmal nicht, stattdessen – tierfreundlich - eine Geschenkkiste mit Elch-Utensilien wie Geschenkartikel, Aufkleber, Bilder, Tassen und – nicht tierfreundlich – eine Elch-Salami. Die zum Paket gehörige neongelbe Warnweste mit Elchaufdruck hinten zog sich Gerhard Glück zum Schluss über – das Geweih zeigte er mit seinen Fingern. Ein würdiger Elch 2017!

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