Eine Skulptur für einen Komponisten

100 Jahre Händel-Festspiele: Stadtwerke stiften Kunstwerk

Die neue Stahlskulptur zeigt den Komponisten Georg-Friedrich Händel im Profil: Künstler Frank-Helge Steuer hat das Kunstwerk geschaffen.
+
Die neue Stahlskulptur zeigt den Komponisten Georg-Friedrich Händel im Profil: Künstler Frank-Helge Steuer hat das Kunstwerk geschaffen.

Eine Skulptur des Komponisten Friedrich-Georg Händel haben die Stadtwerke anlässlich von 100 Jahren Händel-Festspiele in Göttingen gestiftet. Der von Bildhauer Frank-Helge Steuer aus zwei Stahlplatten gefertigte Scherenschnitt schmückt ab sofort den Wall vor dem Deutschen Theater.

Göttingen – „Göttingen wird von uns mit Energie und von den Festspielen mit Lebensenergie versorgt“, erklärte der kaufmännische Vorstand der Stadtwerke, Frank Wiegelmann. Aus Stahl sei nicht nur das Kunstwerk, sondern auch der größte Schatz seines Unternehmens, das unterirdische Leitungsnetz. „Die Idee, auch das Kunstwerk zu vergraben, haben wir jedoch schnell aufgegeben“, scherzte Gerd Rappenecker, der technische Vorstand der Stadtwerke.

„Es ist sehr bitter“, sagte Göttingens Kulturdezernentin Petra Broistedt, dass ausgerechnet im Jubiläumsjahr die Festspiele aufgrund des Corona-Lockdowns ausfallen mussten. Dabei wollten der künstlerische Leiter, Laurence Cummings, und Intendant Tobias Wolff alle 42 Händel-Opern erlebbar machen. Das müsse nun im kommenden Jahr nachgeholt werden. Immerhin erhielten die Göttinger jetzt ein Kunstwerk vor dem Deutschen Theater, einem der wichtigsten Orte des Festivals.

Broistedt würdigte den Begründer des Festivals. Kunsthistoriker Oskar Hagen hatte 1920 gemeinsam mit der Akademischen Orchestervereinigung erstmals nach zwei Jahrhunderten eines der damals fast vergessenen Bühnenwerke Händels inszeniert und Göttingen so zum Ausgangspunkt einer weltweiten Händel-Renaissance gemacht.

Die Stadt übereignete der Händel-Gesellschaft einen Quadratmeter Fläche. Darauf steht jetzt die Skulptur. Jedem der knapp 1000 Mitglieder der Gesellschaft gehöre damit ein Quadratzentimeter Göttingen, freute sich Sigrid Jacobi, die stellvertretende Vorsitzende. Intendant Tobias Wolff äußerte die Hoffnung, dass sich die Göttinger künftig „am Händel“ treffen würden. Er dankte den Stadtwerken Göttingen und allen anderen Sponsoren, dass sie die Festspiele unterstützen, obwohl diese in diesem Jahr „ihre Gegenleistung“ nicht erbracht hätten.

Händel habe als „Theatermann“ den großen Auftritt geliebt, so Sandra Hinz, die Geschäftsführerin des Deutschen Theaters. Ihr Haus brauche „die Maßlosigkeit und Unruhe“ der Oper, für die die Festspiele jedes Jahr sorgen.

„Wie eine Scheibe Brot“ habe er mit dem Laser das einen Zentimeter dicke Stahlblech geschnitten, berichtete Künstler Helge Steuer. Die mannshohe, rostrote Skulptur steht etwas erhöht, damit sie besser vor Schmutz geschützt ist. Steuer hat in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Stahlskulpturen für den öffentlichen Raum geschaffen. In Göttingen subd Werke von ihm vor dem Deutschen Primatenzentrum, dem Herz- und Gefäßzentrum oder auf dem Stadtfriedhof zu sehen. (Michael Caspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.