Schaffner erkennt Karte nicht an: 14-Jährige muss Zug verlassen

Göttingen/Kassel. Wegen des Fehlers eines Schaffners hat eine allein reisende 14-Jährige auf dem Weg nach Hamburg in Göttingen den Zug verlassen müssen.

Aktualisiert um 12.30 Uhr

Das Mädchen war Ende März in Kassel-Wilhelmshöhe mit einem sogenannten "Freifahrt Flex"-Fahrschein in einen Intercity gestiegen, berichtete die Bahn am Dienstag auf Anfrage und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Der Schaffner habe die Fahrkarte nicht als gültig anerkannt. In der Zeitung warf die Mutter des Mädchens der Bahn vor, ihre minderjährige Tochter aus dem Zug geworfen zu haben.

Der Schaffner habe "tatsächlich einen großen fachlichen Fehler gemacht", räumte die Bahn ein. Allerdings habe er der 14-Jährigen nur den Vorschlag gemacht, in Göttingen am Schalter ein neues Ticket zu kaufen, um ihr eine Strafe wegen Schwarzfahrens zu ersparen. Dieser eigentlich gut gemeinte Vorschlag sei jedoch unnötig gewesen, teilte die Bahn mit. Weil die 14-Jährige nur eine EC-Karte dabei hatte, konnte sie das Ticket nicht im Zug nachlösen.

In Göttingen wurde der jungen Bahnkundin die Gültigkeit ihres Fahrscheins bestätigt. Sie konnte ihre Fahrt mit dem nächsten Zug Richtung Hamburg fortsetzen. "Unser Kollege bedauert seinen Fehler sehr und bittet dafür um Entschuldigung", erklärte die Bahn. Ein Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn nannte den Fehler "sehr bedauerlich". Eine Häufung derartiger Fälle gebe es aber nicht.

Hintergrund:

Den „Freifahrt Flex“-Fahrschein, der zu einer Fahrt innerhalb Deutschlands berechtigt, gibt es seit Anfang Oktober vergangenen Jahres als Prämie bei der Deutschen Bahn. Wer 2000 Punkte seines Prämien-Guthabens einlöst, kann einen solchen Fahrschein für eine einfache Fahrt bekommen. Man kann den Gutschein auch eine Person seiner Wahl verschenken. Seit einigen Jahren gibt es bei der Deutschen Bahn ähnlich wie bei Fluggesellschaften ein Prämienprogramm. (dpa/ber)

Rubriklistenbild: © dpa

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