Online-Petition: 1500 fordern eine Skater-Anlage für Göttingen

Skater-Park mitten in der Stadt: Was in Stuttgart ging, soll auch in Göttingen sein: Auch prominente Skater fordern eine moderne Anlage für Göttingen. Foto: dpa

Göttingen. In einer Onlinepetition fordern mehr als 1.500 Skateboard-Liebhaber von Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg-Köhler (SPD) den Bau einer Rollsportanlage.

Initiiert wurde das Anliegen von Jan Kliewer, Chefredakteur der deutschen Ausgabe des bekannten Skateboard-Magazins „Kingpin“.

Mit der Unterschriftenaktion, die sie auch in sozialen Netzwerken verbreiten, wollen Kliewer und die anderen Skater „den Stein ins Rollen bringen“. Dabei sind ihnen die Probleme der Finanzierung durchaus bewusst. Doch sie sind zuversichtlich: „Wo ein Wille ist, wird man auch einen Weg finden können.“

Der 37-jährige Kliewer ist ein Skater der Extraklasse, nahm an internationalen Wettbewerben teil. Für Malte Orth, Organisator des BMX-Flatland-Wettbewerbs im Göttinger Kaufpark, ist Kliewer „der erfolgreichste Skateboarder, den Göttingen hervorgebracht hat“. Und das, obwohl die Bedingungen hier nicht optimal sind: „Als aus Göttingen stammender passionierter Skateboarder fallen mir die spärlichen Möglichkeiten zur Ausübung meines Sports mit jedem Heimatbesuch schmerzlicher auf.“

Skateboarder sind Individualisten, sie organisieren sich selten in Vereinen. In der Selbstbestimmung, Eigenständigkeit, und Freiheit liegt ein wesentlicher Reiz ihrer Sportart. Diese Unverbindlichkeit und Individualität hatte zur Folge, „dass Projekte wie ein Skateparkbau ohne Organisation zumindest in Göttingen bisher auf der Strecke blieben“, heißt es in der Petition.

In den 1990er Jahren sei der Göttinger Rathausvorplatz mit seinem glatten Untergrund und Straßenmöbeln, die sich als Skate-Hindernis zweckentfremden ließen, unter Street-Skateboardern noch ein Insidertipp gewesen. Doch die Sportart und die Anforderungen an Skate-Anlagen hätten sich, so Kliewer, in den vergangenen zehn Jahren „erheblich verändert“. Daher ist ein moderner Skatepark in Göttingen für Kliewer eine „Herzensangelegenheit“.

Positivbeispiele von Skateranlagen gibt es in Chemnitz, Malmö und Kopenhagen: „Gerade skandinavische Länder bestechen schon lange durch hervorragende Skatepark-Konzepte“, erläutert Kliewer. Sie bereicherten das Stadtbild.

Jan Kliewer bittet die Verantwortlichen der Stadt um Unterstützung für eine „moderne Rollsportanlage für jung und alt, Anfänger und Profis“. Der Aufruf richtet sich auch an Alexander Frey, Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH. So könne das Göttinger Sportstätten-Portfolio „um einen wunderbaren Ort zur sportlichen Betätigung und Begegnung“ bereichert werden.

In Uslar war eine Unterschriftenaktion von Skatern erfolgreich, so renovierten und erweiterten Skater, Stadtjugendpfleger, Teilnehmer der Jugendwerkstatt, Bauhofmitarbeiter und ein Unternehmerehepaar den zuvor brach liegenden Skatepark.

Hier geht es zur Petition.

Von Kai Böhne

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