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Göttingen: UMG-Campus für Medizinstudenten in der VW-Stadt – 60 Studienplätze mehr

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Von: Thomas Kopietz

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Gruppenfoto von 20 Medizinstudenten, die im Klinikum Wolfsburg ab sofort ausgebildet werden.
Start! Göttinger Medizinstudenten werden in Wolfsburg ausgebildet: Studierende der Semester 1 bis 5 lernen auch im Klinikum Wolfsburg. Die Kooperation ist neu und jüngst gestartet. © Privat

Medizinstudenten der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) werden nun auch in Wolfsburg ausgebildet. Für 20 Studierende ging es nun am Wolfsburger Klinikum los.

Göttingen – Nach Unterzeichnung eines entsprechenden Kooperationsvertrages zwischen der UMG und der Stadt Wolfsburg besuchen seit Montag, 17. Januar, bereits 20 Studierende der Medizinischen Fakultät Göttingen einen Untersuchungskurs am kommunalen Klinikum Wolfsburg.

Sie werden von Ausbildern in verschiedenen Fachabteilungen in Fertigkeiten der körperlichen Untersuchung und Anamneseerhebung unterrichtet – die Studierenden üben gegenseitig und an Patienten, also direkt am Krankenbett.

Mit dem neuen Lehrcampus dort sollen die klinischen Ausbildungskapazitäten der UMG ausgebaut werden. So werden ausgewählte, patientennahe Lehrveranstaltungen wie der Unterricht am Krankenbett an das Klinikum in Wolfsburg verlagert – an den neuen MedizinCampus Wolfsburg der UMG. So entstehen weitere klinischen Ausbildungskapazitäten für die Ausbildung vom 1. bis 5. Klinischen Semester.

Medizinstudenten stehen mit einem Krankenpfleger an einem Krankenbett.
Praktisches Lernen: Die klinische Ausbildung von Medizinstudierenden der Semester 1 bis 5 läuft auch am Klinikum Wolfsburg, und dort am Krankenbett mit Patienten. © Privat

Perspektivisch werden so etwa 60 Teilstudienplätze in der Humanmedizin der Medizinischen Fakultät in Vollstudienplätze umgewandelt. Aktuell nehmen etwa 420 Studierende der Medizin und 80 Studierende der Zahnmedizin ihr Studium an der Medizinischen Fakultät Göttingen auf.

Dieses Ziel verfolgt der UMG-Vorstand bereits seit Jahren, denn angehende Mediziner auf diesen Teilstudienplätzen gingen der UMG für das weitere Studium oft verloren, sie mussten sich für den weiteren Studienverlauf andere Uni-Kliniken suchen – auch außerhalb Niedersachsens. Nun hofft man, dass die Studierenden im Land bleiben.

Auch deshalb fördert auch die Landesregierung die Kooperation. Eine andere, bereits früher avisierte Zusammenarbeit der UMG mit dem Klinikum Braunschweig war gescheitert.

Prof. Wolfgang Brück ist denn auch „sehr froh“, dass bereits wenige Wochen nach Unterzeichnung eines Letter of Intent der Weg frei für zusätzliche Vollzeitstudienplätze im Bereich der Humanmedizin ist. „UMG und Klinikum Wolfsburg leisten so einen wertvollen Anteil zur Stärkung des dringend benötigten Ärztenachwuchses für Niedersachsen“, sagt Brück, der auch Dekan der Medizinischen Fakultät ist.

Worte, die auch Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) gerne hört. Für ihn ist damit wieder einmal ein „Meilenstein“ gesetzt worden – für den Aufbau weiterer Kapazitäten in der Medizinerausbildung für Niedersachsen.

„Wir danken ganz ausdrücklich beiden beteiligten Einrichtungen für ihr ausgesprochen zielbewusstes und konstruktives Miteinander für die Verbesserung der ärztlichen Versorgungssituation in Niedersachsen“.

Freude herrscht in Wolfsburg. So eröffne die Kooperation „großartige Möglichkeiten, die medizinische Versorgung in der Stadt Wolfsburg und der ganzen Region, insbesondere auch im ländlichen Bereich, zu verbessern“, glaubt Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann.

Positive Effekte für das eigene Haus, aber auch auf die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern in Braunschweig und Wolfenbüttel erwartet auch die Leitung des Klinikums in Wolfsburg. Am dortigen Krankenhaus werden pro Jahr mehr als 30.000 stationäre sowie rund 58.000 ambulante Patienten behandelt. (Thomas Kopietz)

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