Halbjahresergebnis toppt Vorjahreszahlen um ein Viertel

2020 – das Super-Jahr für die Sartorius AG in Göttingen

Der Eingang zum Sartorius-Firmengelände in Göttingen
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Der Eingang zum Sartorius-Firmengelände in Göttingen: Für das börsennotierte Unternehmen läuft es in diesem Jahr prächtig.

Corona-Krise, Rezession: Das ist ein Zusammenhang, der so nicht für die Göttinger Sartorius AG gilt.

  • Die Halbjahresbilanz der Göttinger Sartorius AG ist blendend.
  • Der Netto-Gewinn wuchs um 22,4 Prozent.
  • Der Konzern beschäftigt inzwischen rund 9700 Mitarbeiter.

Göttingen – Das Unternehmen ist im Aufschwung, stellt weiter Mitarbeiter ein, korrigierte die Jahresprognose deutlich nach oben und legte erneut starke Zahlen vor, Sartorius knackte bereits zum Halbjahr die Milliardenmarke beim Umsatz (1,058 Milliarden Euro) und zudem wuchs der Netto-Gewinn (plus 22,4 Prozent) überproportional zum Umsatz.

Sartorius kratzt zudem an der 10 000-Mitarbeiter-Messlatte: Der Konzern steht bei rund 9700 und dürfte die Hürde bald überspringen.

Trotz dieser Palette an Erfolgsmeldungen tritt die Unternehmensführung aber auch sanft auf die Euphoriebremse. Sie hält an der mittelfristigen Prognose bis zum Jahr 2025 fest, weil die derzeit erhöhte Nachfrage nach Impfstoffen und Medikamenten nicht von Dauer sein dürfte. Die Folge: Nach den Kurssprüngen der vergangenen Tage machten Anleger am Dienstag Kasse, der Aktienkurs verlor um über fünf Prozent.

Sartorius in Göttingen Corona wirkt positiv

Dass die Sartorius-Zahlen so gut sind, die Aktie insgesamt aber eine der vitalsten im M-Dax ist, daran trägt auch das Coronavirus, vor allem aber die weltweit auf Hochtouren drehenden Motoren in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Pharma-Unternehmen bei. Etwa 150 Firmen und Forschungseinrichtungen fahnden und erproben mittlerweile Impfstoff-Kandidaten, hinzukommen nicht minder viele, die Wirkstoffe für Medikamente entwickeln. Fast alle benötigen dafür Materialien und Dienstleistungen von Sartorius.

Sartorius in Göttingen: Volle Auftragsbücher

Das führt zu vollen Auftragsbüchern in Göttingen und den Produktionsstandorten in Europa, Asien und Amerika: Der Auftragseingang kletterte um 27,5 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro (plus 27,8 Prozent) im Vergleich zum 1. Halbjahr 2019.

Zu der Entwicklung trug vor allem das „sehr dynamische Geschäft“ der Sparte Bioprocess Solutions bei. Das Halbjahr für die Laborsparte verlief in einem teilweise schwierigen konjunkturellen Umfeld aufgrund der Coronavirus-Pandemie moderat.

Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG

Zu den guten Zahlen trug auch der im Mai besiegelte Zukauf von Geschäftsteilen des Konzerns Danaher sowie die mehrheitliche Übernahme des Zellkulturmedien-Spezialisten Biological Industries im Dezember 2019 bei: Zusammen machte das fast vier Prozent des Umsatzwachstums aus.

Sartorius in Göttingen: Stark in Europa

Bei den Märkten legte besonders Europa/Mittlerer Osten/Afrika (EMEA) deutlich zu, wo etwa 40 Prozent des Konzernumsatzes eingespielt werden. Umsatzplus dort: 16 Prozent. Ähnlich stark auch Amerika (35 Prozent Gesamtumsatz/plus 19,7 Prozent) und Asien(Pazifik (25 Prozent des Gesamtumsatzes) mit plus 18,4 Prozent Zuwachs bei den Erlösen.

Sartorius in Göttingen: Drei Standbeine

Damit bestätigt sich die von Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg immer wieder erwähnte Unternehmensstrategie der Ausrichtung auf drei starke Standbeine am Weltmarkt. Die Umsätze liegen zum Halbjahr 2020 dort in einer Bandbreite von 419,5 Millionen Euro (EMEA) über 373,1 Millionen Euro (Amerika) und 264,2 Millionen Euro (Asien/Pazifik),

Analysten kritisierten gerne die Eigenkapitalquote: Sie liegt nun bei 30,1 Prozent, was von der Unternehmensspitze als „solide“ bezeichnet wird. Aber: Zum Jahresende betrug sie 38,1 Prozent.

Sartorius in Göttingen: Fast 10 000 Mitarbeiter

Erfreulich: Sartorius stellt weiter ein: 9729 Menschen arbeiten weltweit für den Konzern. 693 kamen seit Jahresbeginn hinzu. 6500 von ihnen arbeiten in der EMEA-Zone. Etwa 300 Mitarbeiter stammen aus dem Zukauf der Danaher-Geschäfte. Aufgestockt wurde besondes in den Produktionshallen, wo Mitarbeiter aufgrund der gestiegenen Auslastung einiger Werke benötigt wurden. (Von Thomas Kopietz)

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