25-Jähriger wegen Raubdelikten erneut vor Gericht

Göttingen. Ein 25-jähriger Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes muss sich seit Mittwoch wegen mehrerer Raubdelikte vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem schweren Raub, Freiheitsberaubung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Der aus dem Kosovo stammende deutsche Staatsangehörige soll als Mitglied einer Bande in Göttingen gemeinsam mit zwei Mittätern mehrere Geschädigte überfallen und ihnen Bargeld und andere Wertgegenstände entwendet haben.

Anfang vergangenen Jahres hatte bereits eine andere Kammer des Landgerichts gegen den 25-Jährigen und zwei Mitangeklagte verhandelt. Die Richter verurteilten den 25-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten. Der Angeklagte legte gegen dieses Urteil ein und hatte damit Erfolg: Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil im vergangenen September auf und verwies den Fall an einer andere Strafkammer des Landgerichts Göttingen.

Der BGH begründete seine Entscheidung damit, dass in dem Prozess das Transparenzgebot nicht ausreichend beachtet worden sei. Der Vorsitzende Richter habe es unterlassen, den Inhalt von nicht öffentlich geführten Verständigungsgesprächen in der Hauptverhandlung mitzuteilen. Die Kammer hatte damals kurz nach Prozessauftakt mit den übrigen Verfahrensbeteiligten außerhalb der Hauptverhandlung Gespräche geführt, um Möglichkeiten einer Verständigung auszuloten.

Die Strafprozessordnung schreibt vor, dass der Vorsitzende Richter den wesentlichen Inhalt nichtöffentlicher Verständigungsgespräche in der Hauptverhandlung mitteilen und in das Protokoll aufnehmen lassen muss. Beides sei unterlassen worden, monierte der BGH.

In dem neuen Prozess muss sich nur noch der 25-Jährige verantworten. Die beiden anderen Angeklagten hatten die gegen sie verhängten Urteile akzeptiert.

Zu Beginn der Verhandlung wollte der Angeklagte zunächst keine Angaben zur Sache machen. Einer der Zeugen erklärte vor Gericht, dass der 25-Jährige ihn im Mai 2014 in der Nähe einer Disco in Göttingen angesprochen und nach Drogen gefragt habe. Wenig später habe der Angeklagte ihn gemeinsam mit einem Mittäter in eine Ecke gezerrt. Dort hätten sie ihm die Jacke und das Portemonnaie abgenommen. Er habe bei der Rangelei einen Schlag auf die Nase abbekommen sowie Zerrungen und Schürfwunden erlitten.

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