Prozess hat in Göttingen begonnen

Tat in Hardegsen: 29-Jähriger soll Ex-Freundin getötet haben

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Gebäude Amtsgericht und Landgericht Göttingen: Hier hat der Prozess gegen einen 29-Jährigen Mann begonnen. 

Göttingen/Hardegsen. Weil er seine frühere Freundin in Hardegsen (Kreis Northeim) durch Messerstiche getötet haben soll, muss sich jetzt ein 29-Jähriger vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hat den 29-Jährigen wegen Totschlags angeklagt. Sie wirft ihm vor, seiner Ex-Freundin im August 2016 abends in Hardegsen aufgelauert zu haben, um nochmals ein Gespräch mit ihr zu führen.

Die 23-Jährige hatte sich Ende Juli nach siebenmonatiger Beziehung von ihm getrennt. An dem Abend kam es laut Anklage zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung. Als die 23-Jährige ankündigte, dass sie jetzt gehen wolle, habe der Angeklagte ein Messer gezogen und insgesamt achtmal auf sie eingestochen.

Anwohner hatten damals laute Schreie gehört und gesehen, wie die schwer verletzte Frau die Straße entlang lief. Kurz darauf brach die 23-Jährige auf dem Bürgersteig zusammen. Sie wurde mit dem Rettungswagen in ein Göttinger Krankenhaus gebracht, wo sie noch in der Nacht verstarb. Die Polizei hatte den 29-Jährigen wenige Stunden nach der Tat in seiner Wohnung in Hardegsen festgenommen. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.

An dem Prozess nehmen auch die Eltern und drei Geschwister der Getöteten als Nebenkläger teil. Der Angeklagte lässt sich außer von einem Pflichtverteidiger auch noch von zwei weiteren Wahlverteidigern vertreten, was eher ungewöhnlich ist. Die Anwälte machten zum Prozessbeginn noch keine Angaben dazu, ob ihr Mandant Angaben zur Sache machen werde.

Der Nebenklagevertreter des Vaters der Getöteten, Rechtsanwalt Steffen Hörning, beantragte, die Rolle des dritten Verteidigers zu klären. Der Kasseler Rechtsanwalt müsse Auskunft darüber geben, ob er aus Drittmitteln finanziert werde. Hörning begründete dies damit, dass der Angeklagte vor seiner Inhaftierung in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen gelebt habe. Die Familie der Getöteten sei sehr verwundert darüber, dass er sich nun zwei Verteidiger leiste. Es sei bekannt, dass der erst kürzlich beauftragte Wahlverteidiger aus Kassel mit eigenen Doku-Soaps im Fernsehsender RTL auftrete. Es bestehe daher der Verdacht, dass dort die Geschichte des Angeklagten vermarktet werden solle.

Um ein faires Verfahren gewährleisten zu können, müsse aufgeklärt werden, ob bei dem Verteidiger eine bedenkliche Verquickung von persönlichen Interessen und den Interessen der tatsächlichen Verteidigung bestehe.

Der Prozess wird Anfang März fortgesetzt.

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