Verschärfung der Corona-Regeln

2G-Plus gilt ab Mittwoch in der Region Göttingen – Aus für den Weihnachtsmarkt

Aus für den Göttingen Weihnachtmarkt. Er wird zum 1. Dezember geschlossen.
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Aus für den Göttingen Weihnachtmarkt. Er wird zum 1. Dezember geschlossen. (Archivfoto)

In Göttingen gilt ab Mittwoch (01.12.2021) die 2G-Plus-Regel. Zudem wird der Weihnachtsmarkt geschlossen. Damit reagiert man auf die kritische Corona-Lage.

Göttingen – Die Corona-Lage macht diese Entscheidung notwendig: In Stadt und Landkreis Göttingen gilt ab Mittwoch (01.12.2021) in vielen Bereich 2G-Plus. Gleichzeitig wird der Weihnachtsmarkt in Göttingen ohne Ersatz geschlossen.

Die Landesregierung reagiert auf die verschärfte Pandemielage. Der Inzidenzwert in Niedersachsen kletterte von 212,2 am Sonntag auf 217,4 am Montag (29.11.2021), die Hospitalisierungsquote von 7,2 auf 7,4.

Göttingen: Hohe Corona-Inzidenzwerte sorgen für 2G-Plus

Der höchste regionale Inzidenzwert in Niedersachsen wird aus Salzgitter mit 438,1 gemeldet. Zum Vergleich: Die Landkreise Göttingen (277,9) und Northeim (215,5) liegen ebenfalls bereits im oberen Bereich.

Als eine Reaktion auf das „hohe Infektionsgeschehen“ im Landkreis Göttingen und eine veränderte Pandemie-Lage durch die neue Omikron-Variante ist laut Göttingens Krisenstabs-Chefin Petra Broistedt (SPD) eine neue Situation entstanden. Deshalb wird per Allgemeinverfügung der Göttinger Weihnachtsmarkt ab Mittwoch, 1. Dezember, geschlossen und 2G-Plus eingeführt.

2G-Plus ab Mittwoch: Verstöße gegen die Corona-Regeln in Göttingen

Eine weitere Begründung: Es wurden ab Freitag auf dem Weihnachtsmarkt zahlreiche Besucher von außerhalb und insbesondere aus dem Nachbarland Thüringen beobachtet. Viele trugen keine Masken und hielten sich nicht an die Regeln. Broistedt: „Ein Weiterbetrieb ist zu gefährlich. Der Infektionsschutz kann nicht länger gewährleistet werden.“ Die Öffnung sei noch unter anderen rechtlichen Bedingungen entstanden, so die Stadtverwaltung.

Auf dem Weihnachtsmarkt gab es laut einer aktuellen Auswertung am vergangenen Wochenende vielfache Verstöße gegen die Maskenpflicht und das Abstandsgebot. Deshalb wurden hunderte Verwarnungen durch den Stadtordnungsdienst ausgesprochen.

Corona in Göttingen: Unruhe wegen neue Virus-Variante

„Die derzeitige Lage lässt keine andere Entscheidung zu. Der Infektionsschutz kann nicht länger gewährleistet werden“, Oberbürgermeisterin Petra Broistedt. So hätten sich beispielsweise die rechtlichen Grundlagen inzwischen geändert: Ab Mittwoch, 1. Dezember 2021, würden auf dem Weihnachtsmarkt die sogenannte „2G+“-Regel gelten. Dies hätte zur Folge, dass Gäste täglich ein Testzentrum und eine Ausgabestelle für Bändchen aufsuchen müssten. Das würde den Bemühungen entgegenstehen, Kontakte zu reduzieren.

Laut Niedersächsischem Sozialministerium ist außerdem die neue Corona-Variante Omikron mutmaßlich in Niedersachsen angekommen. „Das beunruhigt mich“, so Petra Broistedt, „Die auf dem Weihnachtsmarkt festgestellten Verstöße gegen die bestehenden Regeln kann ich sowohl im Hinblick auf die hoch ansteckende Virusvariante als auch aufgrund der hochdynamischen Lage in Göttingen nicht mehr verantworten. Wenn bis zu 3000 Menschen essend und trinkend auf dem Weihnachtsmarkt zusammenstehen, dann hat es der Virus zu leicht, sich weiter auszubreiten.“

2G-Plus in Göttingen: Das sind die Corona-Testzentren in der Region

Genesene und Geimpfte müssen sich zusätzlich testen lassen, um die 2G-Plus-Auflage erfüllen zu können. Die Kapazitäten sollen ausgebaut werden. Eine Übersicht über alle Testzentren in der Region Göttingen gibt es hier.

Das bedeutet die 2G-Plus-Regel

Ab Mittwoch (01.12.2021) gilt in Stadt und Landkreis Göttingen die sogenannte 2G+-Regel. Das heißt: In der Gastronomie, in Hotels, bei körpernahen Dienstleistungen, im Sport und beispielsweise bei kulturellen Veranstaltungen gilt im jeweiligen Innenbereich, dass ein Nachweis über eine vollständige Impfung bzw. Genesung sowie über einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest erbracht werden muss. Außerdem ist eine FFP2-Maske zu tragen. Grund ist, dass sowohl der landesweite Leitindikator „Hospitalisierung“ als auch die Inzidenzwerte des Landkreises an fünf aufeinander folgenden Tagen die jeweiligen Grenzwerte überschritten haben und somit die Warnstufe 2 erreicht wurde. Förmlich festgestellt wurde dies durch eine Allgemeinverfügung des Gesundheitsamts für die Stadt und den Landkreis Göttingen, veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 62 vom 29. November 2021. (bsc)

2G-Plus in Göttingen: Landesregierung reagiert auf Corona-Lage

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) war noch am Wochenende von Wissenschaftlern und Virologen für das zögerliche Handeln der Landesregierung kritisiert worden. Am Montag stellte der Regierungschef in Aussicht: „Mit dem Erreichen der Warnstufe zwei am Mittwoch rollen wir die 2G-plus-Regel gleichsam flächendeckend aus“, sagte Ministerpräsident Stefan Weil (SPD). Dann haben in vielen Bereichen auch Geimpfte und Genesene nur noch Zutritt, wenn sie einen frischen negativen Corona-Test vorlegen können. Für Treffen größerer Gruppen und die Maskenpflicht würden ebenso Verschärfungen greifen.

Und: Das Erreichen der mit noch strikteren Regeln verbundenen Warnstufe 3, könnte ebenfalls schneller Realität werden, als von der Landesregierung angenommen, denn am Montag waren in etlichen Kreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen beim Teilfaktor Gesamtinzidenz bereits Werte für die Stufe 3 erreicht – vor allem im Westen und Südosten des Landes. (Bernd Schlegel/Thomas Kopietz)

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