Neues Projekt

30 Flüchtlinge aus Göttingen wollen Fußballtrainer werden

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Diszipliniert: Während der Praxiseinheiten hatte Kursleiter Immanuel André (stehend) stets die volle Aufmerksamkeit der Teilnehmer.

Göttingen. Einen großen Erfolg feierte der Niedersächsische Fußballverband (NFV) in Göttingen mit einem viertägigen Lehrgang, bei dem Flüchtlinge die Lizenz des „Soccer Refugee Coach“ erlangen konnten.

Nicht weniger als 30 junge Männer – überwiegend aus dem Flüchtlingswohnheim an der Siekhöhe – waren dem Aufruf gefolgt. „Obwohl der NFV diesen Kurs bereits seit 2015 in Kooperation mit dem Landessportbund anbietet, hatten wir noch nirgends so viele Teilnehmer“, betonte Projektleiter Immanuel André.

Einen großen Anteil an der „überwältigenden Resonanz“ habe ohne Zweifel Lars Willmann, Sportreferent für Begegnung, Bewegung und Integration beim SC Hainberg und gleichzeitig „Koordinator Sozialwesen“ des DRK im Flüchtlingswohnheim Siekhöhe. „Er hat mächtig für diesen Kurs geworben und die meisten Teilnehmer persönlich motiviert, hier mitzumachen“, lobte André.

Theorie und Praxis

Die 30 Flüchtlinge im Alter zwischen 18 und 39 Jahren stammen aus 13 verschiedenen Nationen sind teilweise erst wenige Tage in Deutschland. Für sie stand an zwei Wochenenden in insgesamt 24 Kursstunden Praxis und Theorie auf dem Programm. „Im theoretischen Teil geht es darum, wie ein Training aufgebaut wird, um die Rolle des Trainers und die Vereinsstruktur hier in Deutschland“, erläuterte André.

Im Praxisteil würden die Teilnehmer dann die unterschiedlichen Übungsformen kennenlernen. Weil der Spaß nicht zu kurz kommen darf, wird zwischendurch auch immer wieder Fußball gespielt. „Unser Ziel ist es, junge Menschen mit diesem Kurs an die Vereinsarbeit heranzuführen und sie zu befähigen, anschließend dort selbst tätig werden zu können“, so André.

Gute Erfahrungen

„Auch wenn viele der Teilnehmer keine guten Fußballer sind, und einige in ihrer Heimat – wenn überhaupt – nur auf der Straße gekickt haben, so sind doch alle mit ganz viel Herz und Spielfreude dabei“, betont Lars Willmann.

Großer Anteil an der „überwältigenden Resonanz“: Lars Willmann vom SC Hainberg.

Dass die wenigsten der Anwesenden diesen Kurs selbst als Schritt der Integration sehen, weil Flüchtlinge hier schließlich untereinander sind, sei für ihn nebensächlich. „Das mit der Integration kommt für die meisten dann im Anschluss, wenn sie tatsächlich in einem Verein mitarbeiten“, so Willmann.

Da er selbst als Trainer einer D-Jugendmannschaft des SC Hainberg schon „beste Erfahrungen“ mit einem Geflüchteten als Co-Trainer an seiner Seite gemacht habe, werde er alles versuchen, dies auch den Kursteilnehmern zu ermöglichen. „Ich stehe mit den Göttinger Vereinen in ständigem Kontakt und werde versuchen, so viele wie möglich dort unterzubringen“, versprach er.

Von Per Schröter

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