3000 Klicks für Musiker-Portal

Göttinger Verein bekämpft Proberaum-Mangel und Spielstätten-Sterben

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Erfolgreich: Klaus Wißmann bekämpft den Proberaummangel in Göttingen. Foto: Triesch

Göttingen. Etliche Göttinger Lokalitäten, in denen Konzerte veranstaltet wurden, mussten im vergangenen Jahrzehnt schließen. Klaus Wißmann vom Kulturverbund Göttingen – Kreuzberg on kulTour hat sich zum Ziel gesetzt, das Sterben der Spielstätten zu stoppen.

Örtlichen Bands soll die Suche nach Proberäumen erleichtert werden. Als Hilfe zur Selbsthilfe gründete Wißmann im März das Internetportal Musiker für Musiker (www.musikerfuermusiker.de). „Wir sind geradezu überrollt worden von Anfragen“, sagt Wißmann und zieht eine Zwischenbilanz: „Schon nach kurzer Zeit hatte das Musiker-Portal über 3000 Klicks. Und das, obwohl wir bisher noch mit angezogener Handbremse fahren.“ So sei das Portal bewusst kaum über Suchmaschinen zu finden. Gesucht werde es im Wesentlichen nach Weitererzählungen und Medienberichten.

Chance auf Verbesserung

Bisher erreichten den Verein nicht nur Anfragen von Musikern, sondern auch erste Angebote von Vermietern. Die Zahl von Proberäumen, welche die Stadt geschaffen habe, sei laut Wißmann zwar überdurchschnittlich hoch, doch das reiche noch nicht. „Durch das Portal haben wir die Chance, tatsächlich zu einer Verbesserung beizutragen“, so der Vorsitzende des Vereins.

Wißmann geht sogar noch weiter. Auch die Stadt Göttingen könne ihren Teil zur Verbesserung der Situation leisten, wenn sie den Kulturschaffenden die leerstehenden Gebäude „ehemalige Voigtschule“ und „Baptistenkirche“ zur Verfügung stellen würde. „Das würde nicht nur Vereinen und Institutionen endlich eine Heimat bieten, sondern im Keller viele gut schallisolierte Proberäume für den Pop- und Rockbereich schaffen.“ Die oberen Geschosse könnten Probe- und Unterrichtsräume für Klassik beherbergen.

„Die schöne Aula bliebe den Bürgern in ihrer heutigen Form erhalten und könnte als Spielstätte für unverstärkte Konzerte, Theater und Tanz verwendet werden“, sagt Wißmann.

Und nicht zuletzt erhalte die Göttinger Kulturwirtschaft Räume, die einem Oberzentrum angemessen seien. (esp)

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