35-Jähriger soll betrunkene Frau in Bank-Vorraum vergewaltigt haben

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Schauplatz vieler Verfahren: Das Landgericht Göttingen, vor dem sich jetzt ein 35-jähriger Mann wegen Vergewaltigung verantworten muss.

Göttingen. Ein 35-jähriger Maurer muss sich seit Donnerstag wegen Vergewaltigung und Körperverletzung vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem aus Polen stammenden Angeklagten vor, im November vergangenen Jahres nachts eine Frau im Vorraum einer Göttinger Bank zweimal vergewaltigt und misshandelt zu haben.

Laut Anklage soll das Opfer eine Bekannte des 35-Jährigen gewesen sein. Zu den Vergewaltigungen sei es gekommen, als sich die Frau in betrunkenem Zustand in dem Vorraum zum Schlafen niedergelegt hatte.

Der Angeklagte habe sie bei der Tat besonders erniedrigt und schwer misshandelt.

Während der Angeklagte selbst zu Beginn des Prozesses keine Angaben zur Sache machen wollte, gab sein Verteidiger eine schriftliche Erklärung ab.

Seiner Auffassung nach belegen die Aufnahmen der Überwachungskamera der Bank, auf die sich die Anklage stützt, dass es zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Entgegen der Annahme der Staatsanwaltschaft habe sich die Frau nicht in einer schutzlosen Lage befunden.

Während des betreffenden Zeitraums hätten mehrere Personen den frei zugänglichen Vorraum der Bank betreten, einige hätten sogar zu den beiden hingesehen. Die Frau sei eine schwere Alkoholikerin. Sie habe nicht geschrien und nicht gestikuliert, zwischendrin habe sie sogar mit dem Angeklagten gesprochen und Wein getrunken. Dies spreche dafür, dass die sexuellen Handlungen nicht gegen ihren Willen passiert seien.

Das Video spielt in dem Verfahren eine entscheidende Rolle. Das Gericht steht vor dem Problem, dass es das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer nicht befragen kann. Trotz intensiver Bemühungen und diverser Ladungen an unterschiedliche Adressen in Berlin und Polen habe man die Zeugin nicht erreichen können, sagte der Vorsitzende Richter. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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