Uni-Medizin Göttingen koordiniert Netzwerk für Test- und Frühwarnsysteme

36 Uni-Kliniken kämpfen gemeinsam gegen Corona

Prof. Dr. Simone Scheithauer
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Koordinatorin B-Fast: Prof. Dr. Simone Scheithauer.

Covid-19-Ausbrüche schneller erkennen, die Behandlungen bundesweit in allen Krankenhäusern verbessern – das sind zwei der Ziele eines Mega-Zusammenschlusses, an dem alle 36 deutschen Uni-Kliniken beteiligt sind: im nationalen Netzwerk Universitätsmedizin (NUM).

Göttingen – Darin spielt die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) eine wichtige Rolle, ist bei fast allen Einzelprojekten dabei. Den Aufbau des Netzwerkes stützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis Ende März 2021 mit 150 Millionen Euro.

Das Wissen um die Erkrankung Covid-19 wächst ständig – auch in Bezug auf die Entwicklung von Strategien, sei es gegen die Infektion, die Erkrankung und bei präventiven Maßnahmen. Im Projekt B-Fast geht es um die Entwicklung und einheitliche Konzeption von Test- und Überwachungsstrategien. Die UMG ist dabei Koordinator.

Das Ziel des Netzwerks NUM ist klar umrissen: Gemeinsam und mit anderen Akteuren des Gesundheitssystems die Corona-Pandemie zu bewältigen. Konkret soll das Infektionsrisiko für die Menschen gesenkt, sollen effektive Frühwarn- und Überwachungssysteme entwickelt werden. Lokale Covid-19-Ausbrüche sollen so schneller erkannt werden.

Wichtige Aufgabe des Netzwerkes der Uni-Kliniken ist auch, die vielerorts erhobenen Daten zusammenzuführen. Ergebnis daraus soll auch sein, die Bedingungen in allen Krankenhäusern – nicht nur Uni-Kliniken – die Covid-19-Patienten versorgen, zu verbessern. Kurzum: Die Informationen zu Diagnostik- und Behandlungsstrategien werden bundesweit zusammengeführt. Für die UMG sind Prof. Dr. Simone Scheithauer und Prof. Dr. Dagmar Krefting federführend in Projekte eingebunden.

Die Direktorin für Krankenhaushygiene (Scheithauer) koordiniert mit der Uni-Klinik Köln das auf Tests und Überwachung spezialisierte B-Fast-Projekt, an dem 23 Uni-Kliniken mitwirken. Dabei kommen Experten aus der Bioinformatik, Statistik, Virologie, Immunologie, Krankenhaushygiene, Infektiologie, Medizininformatik, Strömungsphysik und der Gesundheitswissenschaft zusammen, „um eine optimale Überwachungsstrategie zu entwickeln und bundesweit zu einzuführen“, so Scheithauer. Daten werden über Stichproben, in Krankenhäusern, Seniorenheimen, Schulen und Kitas sowie Kultur-und Sportstätten gesammelt.

Dagmar Krefting koordiniert mit Kollegen von der Uni Mainz das Verbundprojekt Compass, das eine Plattform aufbaut, über die Pandemie-Apps entwickelt werden. „Das Smartphone hat sich als in der Pandemie als zentrales Kommunikationsmittel etabliert, um Gesundheitsinformationen bei Maßnahmen schnell und zuverlässig zu teilen“, sagt Prof. Dr. Krefting.

Koordinatorin Compass: Prof. Dr. Dagmar Krefting.

Schnell entwickelte Pandemie-Apps gelte es, zu überprüfen und zu verbessern. Beide Projekte basieren auf der Erhebung von Daten zur Corona-Pandemie und Covid-19-Erkrankung.

Von Thomas Kopietz

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