1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Mit Küchenmesser auf Ehemann eingestochen: Göttingerin muss in die Psychiatrie

Erstellt:

Von: Heidi Niemann

Kommentare

Eine Frau aus Göttingen attackiert ihren Ehemann mit einem Messer und verletzt ihn schwer. Nun hat das zuständige Landgericht das Urteil verkündet.

Göttingen – Das Landgericht Göttingen hat eine 38-jährige Frau aus Göttingen wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagte im August 2021 im Badezimmer ihrer Wohnung mit einem Küchenmesser mehrfach auf ihren Ehemann eingestochen hat, um ihn zu töten. Der Ehemann erlitt durch die Messerattacke massive Stich- und Schnittverletzungen.

Nach brutaler Messerattacke auf Ehemann: 38-Jährige Göttingerin muss in die Psychiatrie

Eine Frau unter der Dusche. (Symbobild)
Das Landgericht hat eine 38-jährige Göttingerin wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die Frau soll ihren Ehemann mit einem Messer unter der Dusche attackiert haben. (Symbolbild) © "Lightpoet" via www.imago-images.de

Nach Überzeugung der Kammer war die 38-Jährige zur Tatzeit aufgrund einer schizophrenen Erkrankung nur vermindert schuldfähig gewesen. Da sie aufgrund ihrer Erkrankung derzeit für die Allgemeinheit gefährlich sei, ordnete das Gericht ihre Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Das Gericht kam zu einer anderen rechtlichen Einschätzung als die Staatsanwaltschaft. Diese hatte die Tat lediglich als versuchten Totschlag bewertet und dafür eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren sowie die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragt.

Der Vertreter der Nebenklage stufte die Tat dagegen ebenfalls als versuchten Mord ein, ohne einen konkreten Strafantrag zu stellen. Die Verteidigerin beantragte einen Freispruch, weil nicht auszuschließen sei, dass die Angeklagte zur Tatzeit schuldunfähig gewesen sei.

Landgericht Göttingen: Täterin vermindert schuldfähig, aber nicht schuldunfähig

Nach Ansicht des Gerichts war die 38-Jährige zur Tatzeit nur vermindert schuldfähig, aber nicht schuldunfähig. Sie habe diverse Vorkehrungen für die Tat getroffen und den Ablauf durchgeplant. So habe sie beispielsweise zuvor mehrere Messer geschärft und dafür gesorgt, dass die Kinder nicht im Haus waren.

Als ihr Mann auf ihre Aufforderung hin früher als sonst von der Arbeit gekommen war und ins Bad ging, um sich zu duschen, habe sie ein frisch geschärftes Küchenmesser mit einer 15 Zentimeter langen Klinge genommen. Dies sei das größte vorhandene Messer gewesen, sagte der Vorsitzende Richter.

Sie sei dann – das Messer hinter ihrem Rücken versteckt haltend – ins Bad gegangen und habe ihren Mann gefragt, ob er Sex wolle. Kurz darauf habe sie ihm mit dem Messer in den Bauch gestochen, und zwar so massiv und tief, dass die Bauchhöhle auf einer Länge von 9,5 Zentimetern geöffnet war.

„Fast ein Wunder“: Ehemann überlebt Messerattacke trotz tiefen Schnittwunden am Bauch

Der Ehemann erlitt durch die Messerattacke unter anderem auch eine 13 Zentimeter lange Schnittwunde am Hals. Außerdem wurde ein Daumenmuskel an der rechten Hand durchtrennt. Dadurch ist seine Feinmotorik so beeinträchtigt, dass er seinen Beruf als Elektriker nicht mehr ausüben kann.

Die Angeklagte soll ihm während des Kampfes auch in die offene Bauchhöhle gegriffen haben, sodass der Dünndarm austrat. Dass der Ehemann diese multiplen Verletzungen überlebt hat, sei „schon fast ein Wunder“, sagte Richter Jakubetz. (Heidi Niemann)

2010 hatte eine Frau ihren Mann in Göttingen in der Badewanne erstochen.

Auch interessant

Kommentare