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38-Jähriger missbrauchte Nachbarskinder: Gutachten bescheinigt „Kernpädophilie“

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Von: Heidi Niemann

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort wurde der 38-Jährige verurteilt.
Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort wurde der 38-Jährige verurteilt. (Symbolbild) © Bernd Schlegel

Ein 38-Jähriger missbraucht laut Landgericht Göttingen zwei Kinder. Das Gericht hat nun ein Urteil gefällt.

Göttingen – Das Landgericht Göttingen hat am Mittwoch einen 38-jährigen Mann aus dem Landkreis Göttingen wegen insgesamt zwölf Fällen von sexuellem Missbrauch zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt.

Sechs Fälle davon wertete das Gericht als schweren sexuellen Missbrauch. Der Angeklagte hatte die Missbrauchstaten mit dem Handy gefilmt oder Fotos davon gefertigt.

Somit habe sich der Mann in allen Fällen auch der Herstellung von kinderpornografischen Inhalten schuldig gemacht, urteilten die Richter. Da nach Einschätzung eines Gutachters bei dem Angeklagten eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit vorliegt, ordnete das Gericht seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Prozess in Göttingen: Gutachten bescheinigt „Kernpädophilie

Die Richter hielten es dem Angeklagten zugute, dass er sich in dem seit Anfang August laufenden Prozess kooperativ verhalten und die Taten weitgehend eingeräumt hatte. Dadurch wurde den beiden betroffenen Kindern eine Vernehmung vor Gericht erspart. Der 38-Jährige habe sich allerdings nicht von Anfang an so kooperativ verhalten, sagte der Vorsitzende Richter Matthias Koller. Er habe vielmehr den damals fünf und zehn Jahre alten Mädchen gesagt, dass sie niemandem etwas von den Missbrauchstaten erzählen sollten. Außerdem habe er die Mutter eines betroffenen Mädchens von einer Strafanzeige abzuhalten versucht, indem er drohte, dass sie dann Probleme mit dem Jugendamt bekommen könnte.

Ein Gutachter hatte dem Angeklagten eine „Kernpädophilie“ bescheinigt. Dies bedeutet, dass sein sexuelles Interesse ausschließlich auf so genannte vorpubertäre Körper ausgerichtet ist. Der 38-Jährige war zuvor bereits an seinem früheren Wohnort im Wendland auffällig geworden und hatte sich deshalb in diesem Jahr vor dem Amtsgericht Dannenberg verantworten müssen. Das dortige Urteil wurde in die jetzt verhängte Gesamtfreiheitsstrafe miteinbezogen. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters hatte sich der Angeklagte selbst um eine Therapie bemüht und in Göttingen an einem Projekt zur Prävention von sexuellem Missbrauch teilgenommen. Das Projekt sei dann aber ausgelaufen, weil es keine weiteren Fördermittel mehr dafür gab.

Pädophilie-Prozess in Göttingen: Taten wurden „zunehmend intensiver“

Der Angeklagte, der aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung in seiner körperlichen Beweglichkeit stark eingeschränkt sei, war danach in eine Gemeinde im Landkreis Göttingen gezogen. Dort kam er dann in Kontakt mit den beiden betroffenen Kindern. Die angeklagten Taten soll er ab dem Frühsommer vergangenen Jahres begangen haben.

Nach Angaben des Vorsitzenden Richters war dabei eine Steigerung festzustellen: „Die Taten sind zunehmend intensiver geworden“, sagte Koller. Der Richter verwies auf die erheblichen Folgewirkungen. Beide Kinder hätten sich in therapeutische Behandlung begeben müssen, auch ihre Familien seien „ziemlich durcheinandergebracht“ worden. (Heidi Niemann)

Vor knapp vier Jahren wurde ein Senior in Göttingen überfallen. Er starb später. Der Fall ging vor das Gericht Göttingen. Angeklagt ist ein 41-Jähriger.

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