43-Jährige aus Göttingen wegen Drogenhandels vor Gericht

Göttingen. Eine 43-jährige gelernte Industriekauffrau aus Göttingen muss sich seit Mittwoch wegen unerlaubten Drogenhandels vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Polizei hatte im Juli 2015 bei einer Durchsuchung in ihrer Wohnung 31 Gramm Heroin sowie Haschisch gefunden. Außerdem fanden die Fahnder eine einsatzbereite Gaspistole sowie zwei Elektroschockgeräte.

Die Staatsanwaltschaft hat die 43-Jährige unter anderem wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge angeklagt. Sie geht davon aus, dass die Angeklagte das Heroin gewinnbringend verkaufen wollte. Die aufgefundenen Waffen hätten zur Verteidigung dienen sollen.

Die 43-Jährige, die vor ihrem Umzug nach Göttingen viele Jahre im Solling gelebt hat, legte zum Prozessauftakt ein umfassendes Geständnis ab. Ihren Angaben zufolge ist sie seit 20 Jahren drogenabhängig. Sie sei durch ihren damaligen Partner in die Heroinabhängigkeit geraten. In der Folgezeit habe sie immer wieder Entzüge gemacht. Dann habe sie die „Liebe ihres Lebens“ kennengelernt und sei einige Jahre „clean“ gewesen. Nach dem Tod ihres Mannes vor zehn Jahren sei sie jedoch wieder in ein psychisches Lob gefallen und habe erneut mit dem Konsum angefangen.

Anders als viele andere Drogenabhängige ist sie all die Jahre nie durch Beschaffungskriminalität aufgefallen. Sie habe immer versucht, nicht straffällig zu werden, sagte die Angeklagte. Das Geld für die Drogen habe sie durch Betteln und Flohmarkt-Geschäfte aufzutreiben versucht. Die Gaspistole und die Elektroschockgeräte habe sie zum Selbstschutz angeschafft. Ihre Wohnung befindet sich in einem Gebäudekomplex in der Groner Landstraße, der als sozialer Brennpunkt gilt.

Dementsprechend ist die Polizei dort regelmäßig vor Ort. Im Sommer vergangenen Jahres hatten die Beamten Hinweise darauf bekommen, dass sie mit Heroin handeln würde. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung wurden die Fahnder dann auch fündig. Das Heroin habe sich in dem Fußteil ihres Couchtisches befunden, sagte ein als Zeuge geladener Polizist. Seit Ende vergangenen Jahres unterzieht sich die Angeklagte einer Methadon-Behandlung.

Rubriklistenbild: © dpa

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