GöVB sucht Personal

50 Fahrer krank: Mehrere Busfahrten in Göttingen fallen aus

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Ein Stadtbus an der zentralen Umsteige-Haltestelle Weender Straße-West: Bis Montag fallen einige Fahrten in der Uni-Stadt aus.

Der hohe Krankenstand bei Fahrerinnen und Fahrern der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) sorgt erneut für den Ausfall von Fahrten in den kommenden Tagen.

„Die Fahrgäste sollten sich frühzeitig informieren, ob ihre Fahrten wie geplant stattfinden oder sie auf andere Linien oder gar das Fahrrad umsteigen müssen“, betonte GöVB-Pressesprecherin Stephanie Gallinat-Mecke.

Am Freitag, 28. Juni, Samstag, 29. Juni, und Montag, 1. Juli, fallen mehrere Fahrten aus. Betroffen sind insbesondere die Linien 33 und 50, die nach Angaben der GöVB „deutlich eingeschränkt“ unterwegs sind. Der Schüler- und Berufsverkehr insbesondere morgens und mittags werde aufrechterhalten, darüber hinaus entfielen jedoch Fahrten auf vielen Linien. Infos zu den Änderungen an den genannten Tagen gibt es online: www.goevb.de

Krankenstand seit mehr als einem Jahr hoch

Wie Pressesprecherin Gallinat-Mecke auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, sind die Verkehrsbetriebe aktuell in einer „verzwickten Situation“. Der Krankenstand bei den Fahrern sei seit mehr als einem Jahr hoch, weshalb die verbleibenden Fahrer in den vergangenen Monaten viele Sonderschichten und Überstunden angehäuft hätten. Diese müssten irgendwann auch ausgeglichen werden, hinzu kämen Reglungen zu Lenk- und Ruhezeiten, die es bestimmten Fahrern aktuell nicht möglich machten, sich hinter das Steuer zu setzen.

Baustellen verschärfen Probleme

Etwa 50 der insgesamt 250 Busfahrer bei den GöVB sind krank. Bis zu 16 der an einem Werktag benötigten Dienste könnten nicht besetzt werden, teilten die Verkehrsbetriebe am Freitag mit. Ein weiteres Problem laut GöVB: „Die Belastung im Liniennetz durch die vielen Baustellen erschwert eine betriebliche Optimierung der Dienste erheblich.“

Gallinat-Mecke präzisierte auf Nachfrage: „Durch die vielen Großbaustellen wird es für die Fahrer unglaublich stressig, Anschlüsse können nicht gehalten werden. Auch die für die Fahrer selbst, denn die Busse müssen ja zwischendurch getauscht werden.“ Die Gesamtsituation erfordere im Moment einen Überschuss an Fahrern, um die extrem hohe Belastung auszugleichen.

Nicht genug Interessierte

Dementsprechend suchen die GöVB nach weiteren Fahrern. Am Budget für die Personalkosten liege es nicht, betont Gallinat-Mecke: „Wenn wir die Überstunden ausgleichen müssen wird es für uns teurer, als wenn wir neue Fahrer einstellen.“ Das Problem: Momentan gibt es offenbar nicht genug Interessierte. Seit Frühjahr besteht bereits eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, 20 Fahrerinnen und Fahrer werden so gerade ausgebildet und könnten perspektivisch für Entlastung sorgen.

Es seien auch bereits etliche neue Fahrer eingestellt worden, sagt Gallinat-Mecke. Jedoch würden sich aktuell und in absehbarer Zukunft auch sehr viele in den Ruhestand verabschieden. Deshalb unterstreicht die Pressesprecherin der GöVB: „Wir brauchen dringend neue Fahrer.“

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