Weiterer Widerstand gegen A 49-Weiterbau angekündigt

500 Radler demonstrieren gegen den Autobahnbau in Göttingen

Fahrrad-Demo, gegen den Autobahnbau in Göttingen
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Rechts Autos im Stau, links fahrende Demonstranten: Fahrrad-Demo, gegen den Autobahnbau, auch der A 49, und für den Klimaschutz in Göttingen. Hier auf dem Autobahnzubringer A 7/B 27.

Mehr als 500 Radlerinnen und Radler kamen am Samstagnachmittag zu einer Fahrraddemonstration gegen den Autobahnbau generell und speziell den Weiterbau der A 49 in Hessen. Das Feld der Demo-Radler hatte eine Länge von etwa 500 Metern – die „Protest-Tour de Göttingen“ dauerte etwas 90 Minuten.

Göttingen – Aufgerufen hatten die Basisdemokratische Linke und das Bündnis „Ende Gelände“. Zum Jahrestag des Pariser Klimaabkommens wurde – wie in vielen anderen Städten auch – für Klimagerechtigkeit und gegen den Bau neuer Autobahnen demonstriert.

Nach einem kurzem Redebeitrag startete die Rad-Demo um 14 Uhr am Albaniplatz und führte über die Jüdenstraße, die Weender Landstraße und die Hannoversche Straße zunächst bis zur großen Kreuzung am Autobahnzubringer.

Viele Teilnehmer hatten Plakate gebastelt: „Spielplätze statt Parkplätze“, „Kapital killt Klima“ oder „Busfahr´n für lau“ war darauf zu lesen. Zwei große Lautsprecher, aus denen Musik schallte, sorgten auch während der Radrunde für eine tolle und ruhige Atmosphäre. Alle Teilnehmer hielten sich zudem an die geforderten Hygienemaßnahmen.

Auf der großen Kreuzung in Weende gab es einen Redebeitrag von der Bürgerinitiative des nahe gelegenen Dragonerangers, so dass sich der Verkehr – vor allem auf dem Autobahnzubringer zurückstaute. Aber: Auch die im Stau wartenden Autofahrer zeigten ihre Unterstützung durch lautes Hupen.

Der weitere Verlauf der Demo-Tour führte über den Autobahnzubringer auf die neue B 3 und weiter über den Rinschenrott und den Maschmühlenweg zur Bahnhofsallee. Auf dem Bahnhofsvorplatz endete die Demo gegen 15.30 Uhr mit einer Abschlusskundgebung.

Ursprünglich war geplant, auf der A 7 zu demonstrieren, was seitens der Stadtverwaltung aus Sicherheitsgründen abgelehnt wurde. Dies führte zu wenig Verständnis bei den Veranstaltern.

Weg mit SUV und her mit Parks: Forderung von Demonstranten am Samstag in Göttingen vor dem Bahnhof.

„Um die Emissionswerte zu senken, ist es notwendig, eine Verkehrswende einzuleiten. Doch statt diese voranzutreiben und damit das Klima zu schützen, werden in Deutschland neue Autobahnen gebaut,“ hieß es in der Ankündigung. Im nordhessischen Dannenröder Forst wurden in den vergangenen Tagen die letzten Bäume für den Ausbau der A 49 gerodet. Klimaschützer hatten die Rodungen monatelang aufgehalten und einen Erhalt des 300 Jahre alten Dannenröder Forst gefordert. „In Zeiten von Klimanotstand, Wasserknappheit und Artensterben ist dieser Bau katastrophal unzeitgemäß“, so eine Aktivistin. Lena Rademacher, Sprecherin der Basisdemokratis–chen Linken, stellt sich hinter die Proteste im Dannenröder Wald: „Der Weiterbau der A 49 ist in der Klimakrise das vollkommen falsche Signal. Was wir brauchen sind keine neuen Autobahnen, sondern weniger.“ Das Vorgehen der Politik zeige, wie realitätsfern diese auf die Klimakrise reagieren. (Stefan Rampfel)

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