650.000 Euro weg: Bewährungsstrafe für Kopf von Göttinger Wirtschaftsclub

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Das Landgericht in Göttingen: Hier fiel am Dienstag das Urteil in dem Prozess.

Göttingen. Das Landgericht Göttingen hat am Dienstag einen 53-jährigen Betriebskaufmann aus Rosdorf wegen gewerbsmäßigen Betruges in 46 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Die Kammer setzte die Strafe zur Bewährung aus, als Auflage muss der Angeklagte 30.000 Euro an die Deutsche Kinderkrebsstiftung zahlen. Der 53-Jährige hatte nach Überzeugung des Gerichts in den Jahren 2007 bis 2009 zahlreiche Anleger, denen er für angeblich risikolose Finanzgeschäfte jährliche Zinsen von mindestens neun Prozent garantiert hatte, um rund 650.000 Euro geprellt.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten ohne Verhängung einer Geldauflage. Bereits zu Beginn der Verhandlung hatten sich die Prozessbeteiligten darauf verständigt, im Fall eines Geständnisses 25 weitere Anklagepunkte einzustellen und eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als zwei Jahren zu verhängen.

Der 53-jährige frühere Versicherungskaufmann hatte im Jahr 2000 den Wirtschaftsclub „GVW“ gegründet, in dem er als „Vorstandsvorsitzender auf Lebenszeit“ fungierte. Auf Werbe- und Informationsveranstaltungen in Göttinger Hotels und anderen Orten präsentierte er sich als „Moneycoach“ und Fachmann für Geldanlagen mit 20 Jahren Erfahrung auf dem Finanzmarkt. Sowohl das Motto „Durch Gemeinschaft zu mehr Vermögen“ als auch das sonstige Design des Clubs, in dem es auch einen „Circle of Excellence“ gab, stießen auf großes Interesse. Finanztipps und hohe Renditeversprechen gepaart mit Gemeinschaftsgefühl und versehen mit der Aura der Exklusivität: „Das ist für viele ein interessantes Paket gewesen“, sagte der Vorsitzende Richter Patrick Gerberding.

Anfangs hätten Anlieger teilweise ihr investiertes Kapital noch zurückbekommen. Ab 2007 habe das vom Angeklagten konzipierte Anlagesystem „9-Prozent-Liga“ allerdings nicht mehr funktioniert. Hierbei sollte es sich angeblich um einen Hilfsfonds auf Gegenseitigkeit handeln, der Clubmitgliedern helfen sollte, ihre geschäftlichen Aktivitäten mittels interner Darlehen zu finanzieren und finanzielle Engpässe zu überwinden. Die Darlehensgeber sollten jährlich neun Prozent Zinsen ausgezahlt bekommen, teilweise auch deutlich mehr.

2010 war das Geld der getäuschten Anleger komplett verloren, insgesamt 650 000 Euro. In drei Fällen habe der Angeklagte einen Vermögensschaden großen Ausmaßes angerichtet, saget der Richter. Hier hatten die Betroffenen mehr als 50.000 Euro verloren. 

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