Ausstellung im Kauf Park

75 Jahre Grenzdurchgangslager Friedland

Gaben einen Blick in die Ausstellung: Dr. Anne Haut und Christian Blohm vom Museum Friedland (vorne) zusammen mit Center-Manager Jürgen Brunke.
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Gaben einen Blick in die Ausstellung: Dr. Anne Haut und Christian Blohm vom Museum Friedland (vorne) zusammen mit Center-Manager Jürgen Brunke.

Als Ort der Hoffnung und des Neuanfangs haben im Laufe der vergangenen 75 Jahre 4,5 Millionen Menschen das Grenzdurchgangslager Friedland erlebt.

Göttingen – Einen kleinen Einblick in die Geschichte der Erstaufnahmeeinrichtung „Grenzdurchgangslager Friedland“ liefert jetzt die Sonderausstellung „Friedland als Hoffnungsort“, die seit dieser Woche im Göttinger Kauf Park zu sehen ist.

Ihren Fokus legt die Foto-Ausstellung dabei auf die Menschen, für die seit der Lager-Eröffnung im September 1945, Friedland erste Anlaufstelle in Deutschland auf dem Weg in ein neues Leben war.

30 großformatige Fotos aus den vergangenen 75 Jahren sind in der Ladenstraße des Einkaufszentrums freistehend zu sehen, so angeordnet, dass sie aus verschiedenen Perspektiven ihre Wirkung entfalten sollen. „Wir haben Motive ausgesucht, die dem Betrachter das Gefühl geben, dabei gewesen und Teil der Szenerie zu sein“, erklärt Dr. Anna Haut, wissenschaftliche Leiterin des kuratierenden Museums Friedland.

Ein Blick über die Schulter: Der Besucher kann gemeinsam mit Familien nach Angehörigen suchen.

Das ist dem Museum gelungen. Schon beim Betreten des Einkaufszentrums fällt der Blick des Besuchers auf eine großformatige Schwarz-weiß-Szene aus dem Jahr 1945, als das Lager aus der Not heraus nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Menschen, deutlich gezeichnetvon den Strapazen des Krieges, sind dort zu sehen, wie sie im Lager registriert werden. Die Ausstellung lebt von Emotionen. Von denen, die auf den Bildern zu erkennen sind – aber auch von denen, die sie beim Betrachter wecken. Zu sehen sind Menschen aus sieben Jahrzehnten. Wie sie in einer völlig neuen Welt ankommen, wie sie nach Angehörigen suchen, aber auch, wie viele von ihnen ihren Alltag im Grenzdurchgangslager verbracht haben, Schlange standen für Lebensmittel, Weihnachten in Friedland feierten oder dort wieder mit ihren Familien vereint wurden.

Kurze Texte lassen die Besucher einen flüchtigen Blick hinter die Bilder erhaschen: „Die Ausstellung soll eine Einladung sein, unser Museum zu besuchen und dort die kompletten Geschichten der abgebildeten Menschen zu erfahren“, erklärt Christian Blohm, vom Museum Friedland.  (hbk)

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. November zu den Öffnungszeiten des Kauf Parks zu sehen: täglich, außer sonntags, von 7 bis 21 Uhr.

Über das Museum Friedland

Das als außerschulischer Lernstandort anerkannte Museum Friedland wurde 2016 eröffnet. Es erforscht, sichert, präsentiert und vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Grenzdurchgangslagers Friedland. Wechselausstellungen lenken in historischer und gegenwartsorientierter Perspektive zudem den Blick auf die vielschichtigen Prozesse von Abschied, Ankunft und Neubeginn im Allgemeinen sowie von Migrationspolitik, gesellschaftlicher Teilhabe, Grenzen, Identitäten und Zugehörigkeiten, Kriegsfolgen, Menschenrechten und Asyl im Speziellen.

Das Museum Friedland ist mittwochs bis sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Seit dem 16. Mai werden in Kleingruppen wieder öffentliche Führungen angeboten. Auch die Buchung von Gruppenführungen ist wieder möglich. Bei Interesse an einer Gruppenführung wird um eine vorherige Anmeldung gebeten. Für alle Fragen rund um den Besuch im Museum Friedland ist der Besucherservice telefonisch unter 05504.8056-200 oder per E-Mail unter besuch@museum-friedland.de zu erreichen. (Museum Friedland)

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