Flüchtlinge: Kreis hilft Stadt

80 Asylbewerber werden in Wollershausen im Eichsfeld untergebracht

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Unterzeichneten den Vertrag für die Unterbringung von 80 Flüchtlingen im Eichsfeld: Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt und Kreisrat Marcel Riethig.

Göttingen. Die Stadt Göttingen hat wegen der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt massive Probleme, Flüchtlinge unterzubringen. Deshalb springt jetzt erneut der Landkreis Göttingen ein.

Stadt und Landkreis schlossen einen Vertrag für die Unterbringung von 80 Flüchtlingen, den Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt und Kreisrat Marcel Riethig unterzeichneten. Die Flüchtlinge werden in einem Heim in Wollershausen im Eichsfeld wohnen. Betrieben wird die Einrichtung von der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen, einer hundertprozentigen Tochter des Landkreises.

Gute Betreuung

Blick in eines der Zimmer in Wollershausen: Die Ausstattung ist schlicht und zweckmäßig.

Zum Betreuungsteam dort gehören unter anderem auch Dolmetscher und Krankenschwestern. Außerdem gibt es dort Maler- und Holzwerkstätten, damit die Flüchtlinge arbeiten können. Damit der Kreis keine finanziellen Nachteile hat, bekommt er die volle finanzielle Unterstützung des Landes für Flüchtlinge – derzeit 11 331 Euro pro Person und Jahr. Außerdem übernimmt die Stadt alle übrigen anfallenden Kosten – zum Beispiel für die Krankenversogung.

Eine Vereinbarung über die Übernahme von 50 Flüchtlingen zwischen Stadt und Kreis gab es bereits im vergangenen Jahr. Außerdem soll eventuell ein ähnliches Abkommen mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont abgeschlossen werden – vermutlich in kleinerem Rahmen.

Seit September 2015 hat die Stadt Göttingen gut 2000 Flüchtlinge aufgenommen – 1250 davon wohnen noch in städtischen Unterkünften. Mitte 2019 soll die umstrittene Gemeinschaftsunterkunft auf der Siekhöhe aufgelöst werden.

Außerdem soll die bisherige Unterkunft auf dem Schützenanger, die in einem schlechten baulichen Zustand ist, durch einen Neubau in Modulbauweise mit 200 Plätzen ersetzt werden, hat der Rat beschlossen.

Voraussichtlich im Herbst 2019 sollen die ersten Geflüchteten in den Neubau einziehen. Aktuell profitiert die Stadt von einen Zuweisungsstopp, um die Wohnprobleme lösen zu können. Klar ist aber, dass Göttingen noch etwa 265 Personen aus früheren Zuweisungen aufnehmen muss.

Und im kommenden Jahr könnten 236 neue Flüchtlinge hinzukommen. Deshalb ist die Unterbringung von 80 Asylbewerbern durch den Landkreis eine echte Hilfe.

Das ehemaligen Mädchen- und Frauenwohnheim in Wollershausen: Hier werden die Flüchtlinge untergebracht.

Kreis: 1500 Flüchtlinge

Der Landkreis Göttingen hat seit Herbst 2015 etwa 1500 Asylbewerber aufgenommen. Etwa so viele leben derzeit auch im Kreis. 2019 soll der Landkreis 250 neue Flüchtlinge bekommen. Die Quote für 2018 hatte der Landkreis schon im vergangenen Jahr erfüllt.

Sozialdezernentin Petra Broistedt ist sich sicher, dass die andauernden Krisen dazu führen, dass das Thema Flüchtlinge die Kommunen weiter begleiten wird.

„Alle, die an guten Flüchtlingsunterkünften interessiert sind, sollten sich Partner suchen“, sagte Kreisrat Marcel Riethig bei der Unterzeichnung. Er lobte die Stadt Göttingen für ihr Engagement für Asylbewerber. Gleichzeitig verweist er darauf, dass es im Landkreis Göttingen gute Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge gibt.

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