Stadt in neue Ausrüstung für alle Wehren

800 000 Euro für die Feuerwehr

Neue Schutzbekleidung für die Feuerwehr in Göttingen: Haupt- und Ehrenamtliche sind nun gleichermaßen gut ausgerüstet. Dafür hat der Rat der Uni-Stadt insgesamt 800 000 Euro bereitgestellt.
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Neue Schutzbekleidung für die Feuerwehr in Göttingen: Haupt- und Ehrenamtliche sind nun gleichermaßen gut ausgerüstet. Dafür hat der Rat der Uni-Stadt insgesamt 800 000 Euro bereitgestellt.

Neue Schutzbekleidung im Wert von 800 000 Euro haben die Göttinger Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr erhalten. Erster Stadtrat Christian Schmetz stellte die Ausrüstung gemeinsam mit Einsatzkräften in der Hauptfeuerwache an der Breslauer Straße vor.

Göttingen – Sandfarben sind die 435 Feuerschutzanzüge, die die Berufsfeuerwehr und die Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehr künftig bei Einsätzen anziehen. „So sind die Kameraden bei Tag besser zu erkennen als in ihrer bisherigen, dunkelblauen Einsatzbekleidung“, erläuterte Schmetz, der Dezernent für Finanzen, Ordnung und Feuerwehr ist. „Zudem lässt sich auf den hellen Anzügen der Grad der Verschmutzung auf den ersten Blick erkennen und so das Verschleppen giftiger Stoffe verhindern“, ergänzte Frank Gloth, der die Feuerwache des Uni-Klinikums leitet.

Die neuen Jacken verfügen zudem über einen integrierten Haken im Brustbereich, den Einsatzkräfte bei der Selbstrettung zum Abseilen nutzen können. „Bisher befand sich ein solcher Haken an einem extra Gürtel“, sagte Frank Dittrich, der bei der Berufsfeuerwehr den Rettungsdienst leitet. Es kam schon einmal vor, dass Aktive vor Einsätzen das Anlegen vergaßen. Zu den vielen Raffinessen der Anzüge gehören unter anderem auch Abschlüsse in der Jacke und an den Hosenbeinen, die das Eindringen von Rauchgasen verhindern.

„Haupt- und Ehrenamtliche sind nun gleich gut ausgerüstet“, betonte Göttingens Bürgermeisterin Helmi Behbehani (SPD). So drücke der Rat der Stadt, der die notwendigen Betrag bewilligt habe, seine Wertschätzung aus. Jeder Anzug ist etwa fünf Kilogramm schwer. Bei der Beschaffung wird auf die Nachhaltigkeit geachtet.

„Noch vor 30 Jahren trugen wir bei Einsätzen unsere Ausgehanzüge aus schwer entflammbarer Schurwolle“, erinnerte sich Stadtbrandmeister Holger Lehrum. Dass sei damals möglich gewesen, weil in Häusern – anders als heute – weniger gefährliche Kunststoffe verbaut worden waren.

Beschafft hat die Stadt zudem 580 neue Helme. Ihr helles Gelb fällt bei Tag sofort auf. Nachts leuchten sie regelrecht auf. Die Helme schützen auch den Nacken. Es gibt zwei Visiere. Mit dem einen lassen sich die Augen, mit dem anderen das ganze Gesicht schützen.

Für 18 000 Euro erwarb die Stadt schließlich 430 Wetterschutzjacken für die 13 Freiwilligen Feuerwehren der Stadt. „Wir brauchen die Jacken, wenn wir bei Stürmen oder Überschwemmungen im Einsatz sind“, sagte der Stadtbrandmeister.

Es ist die erste Ersatzbeschaffung nach 30 Jahren. Weil die Jacken von damals längst verschlissen sind, trugen die Kameraden bisher meistens ihre normale Einsatzkleidung. Kam es dann zu einem Brand, ließ sich die durchnässte Kleidung nicht verwenden. „Die Gefahr, darin wie ein Hummer lebend gekocht zu werden, wäre zu groß“, erklärte Stadtbrandmeister Lehrum.  (mic)

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