Aufwendige Sanierung notwendig

A38: Tragschicht im Heidkopftunnel macht schlapp

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Einfahrt zum Heidkopftunnel der A38: Die Tragschicht unter den Fahrbahn-Betonplatten macht der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Sorgen.

Die Tragschicht unter den Fahrbahnen im Heidkopftunnel auf der A38 macht offenbar nach und nach schlapp. Deshalb muss der Tunnel irgendwann aufwendig saniert werden.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema:

Was genau ist das Problem im Tunnel?

Als Fahrbahn dienen vier mal fünf Meter große und 30 Zentimeter dicke Betonplatten. Darunter sind Tragschichten, die sich nach Angaben von Udo Othmer, Chef der Geschäftsbereichs Gandersheim der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, nun auflösen. Die Folge: Es kommt zu Setzungen, und die Platten fange an zu kippen.

Warum kam es zu diesem Problem?

Das ist nicht ganz klar. Normalerweise hält die Tragschicht laut Othmer deutlich länger. Er spricht von 20 bis 25 Jahren. Der Tunnel wurde Ende 2006 eröffnet – ist also nicht einmal 15 Jahre im Betrieb.

Ein Grund könnte die Belastung durch den Schwerverkehr sein. Von den etwa 27.000 Fahrzeugen, die täglich durch den Tunnel fahren, sind mehr als ein Fünftel Lastwagen.

Hat die Straßenbaubehörde etwas gegen das Problem im Tunnel unternommen?

Ja, es wurde ein spezielles Harz in den Untergrund eingespritzt. Dadurch liegen die Platten erst einmal wieder stabil. Das wurde in jüngster Vergangenheit gemacht. Allerdings ist dies keine Dauerlösung.

Was muss passieren, um den Tunnel dauerhaft zu sanieren?

Dazu müssen alle Betonplatten beiseitegeschafft werden und die Tragschicht darunter erneuert werden. Das geht allerdings nur, wenn die jeweilige Tunnelröhre vermutlich für zwei Monate gesperrt wird.

Was heißt das für den Verkehr?

Er müsste über jeweils zwei Monate in Richtung Halle beziehungsweise in Richtung Göttingen über die Umleitungsstrecke (Bundesstraßen 27 und 80) fließen. Das dürfte aber zu großen Verkehrsbehinderungen – insbesondere im Raum Eichenberg/Arenshausen – führen.

Gibt es weitere Probleme auf der Umleitungsstrecke?

Ja, sogar ein großes Problem. Die Brücke über die Eisenbahnlinie am Arnstein in der Gemeinde Eichenberg (Kreuzung Bundesstraßen 80/27) ist baufällig. Sie soll ab 2020 erneuert werden. Zuvor können ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen darüberfahren. Der Schwerlastverkehr kann deshalb nicht diese Umleitung nehmen.

Welche Alternativen gibt es?

Da sind zwei Varianten denkbar: Eine Lösung wäre, während der Sperrung einer Tunnelröhre den Verkehr auf jeweils einer Spur durch die andere Röhre zu leiten. Allerdings bedeutet dies Gegenverkehr im Tunnel. Eine andere Variante wäre der Bau einer Notabfahrt an der Landesstraße zwischen Reckershausen und Kirchgandern.

Wie geht es in den nächsten Wochen weiter?

Die zuständigen Behörden aus Niedersachsen, Hessen und Thüringen wollen sich nun zusammensetzen und in den kommenden Wochen gemeinsam eine Lösung erarbeiten.

Hintergrund: Heidkopftunnel wurde Ende 2006 für den Verkehr freigegeben

Der Heidkopftunnel, auch „Tunnel der Deutschen Einheit“, ist 1724 Meter lang und Teil der Südharzautobahn A38 zwischen dem Dreieck Drammetal bei Göttingen und Halle. Der Bau wurde Ende 2003, offiziell am 23. März 2004, begonnen, heißt es auf Wikipedia. 

Im April 2005 wurde die südliche der beiden zweispurigen Röhren durchschlagen, die Nordröhre wenige Wochen später. Die Eröffnung des Tunnels und des Autobahnabschnitts Drammetal–Breitenworbis wurde am 20. Dezember 2006 mit dem damaligen Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus und niedersächsischen Verkehrsminister Walter Hirche gefeiert. 

Der Tunnelbau hat etwa 63 Millionen Euro gekostet.

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