Auf 36 Achsen über die Autobahn

Schwertransport mit Wandertransformator auf A7 nach Göttingen

Ein Schwertransport mit einem Wandertransformator ist vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren.

  • Ein Schwertransport war zwischen Hardegsen und Göttingen auf der A7 unterwegs 
  • Ein Wandertransformator musste von Umspannwerk zu Umpannwerk transportiert werden
  • Dafür mussten je zwei Fahrspuren der A7 gesperrt werden

Hardegsen/Göttingen – 80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen (10.05.2020) vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. Dafür mussten auch je zwei Fahrspuren der A7 gesperrt werden.

Schwertransport auf A7 nach Göttingen: Wandertransformator mit Geschichte

Transportiert wurde ein 185 Tonnen schwerer Netzkuppeltransformator, der im Bedarfsfall die 220-kV-Höchstspannungsebene des Tennet-Netzes mit der 110-kV-Hochspannungsebene der Avacon verbindet. „Der Trafo übernimmt zunächst eine Reserveaufgabe, falls andere Transformatoren ungeplant ausfallen sollten“, erklärt Markus Lieberknecht, Pressesprecher von Tennet. 

Die Reservefunktion beschränkt sich jedoch nicht nur auf Göttingen. Als sogenannter Wandertransformator, der im Jahr 1976 gebaut wurde, war das Gerät stets dafür ausgelegt, schnell und vergleichsweise einfach für Transporte zwischen Umspannwerken gerüstet zu sein. 

Schwertransport auf A7 nach Göttingen: Transport des Trafos in andere Umspannwerke

So kann der Trafo bei Bedarf auch in andere Umspannwerke transportiert werden. Ursprünglich war der jetzt umgezogene Wandertransformator im Umspannwerk Frankfurt Süd-West beheimatet und fand von dort seinen Weg nach Hardegsen, wo er in den vergangenen Jahrzehnten die Stromversorgung der Region sicherte. 

Mit einer Leistung von 200 Megavoltampere kann der Trafo rein rechnerisch die Strommengen für rund 250 000 Durchschnittshaushalte in die Region bringen und, wenn nötig, auch überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energiequellen in die entgegengesetzte Richtung abtransportieren.

Schaulustige an der Strecke verfolgten den Schwertransport zwischen Hardegsen und Göttingen.

Schwertransport auf A7 nach Göttingen: Start um 7 Uhr

Der Transport selbst verlief ohne große Probleme. Nachdem er um 7 Uhr in Hardegsen gestartet war, ging es zunächst über die Bundesstraße 446 bis zur Autobahnauffahrt Nörten-Hardenberg und von hier aus auf der A7 Richtung Süden. Kurz vor der Anschlussstelle Göttingen musste auf die Gegenfahrbahn rangiert werden, weil die Brücke über die B3 für das Gewicht nicht ausgelegt ist. Dafür wurde die Mittelleitplanke demontiert.

Von der Brücke am Helvesanger aus verfolgten rund ein Dutzend Schaulustige die Aktion. Mehrere „Schwertransport-Spotter“ waren sogar die gesamte Strecke dabei. So auch Fabian Meysing, der mit Sohn Louis (11) extra aus Peine angereist ist. „Dies ist alleine in diesem Jahr der achte Schwertransport, den ich fotografiere. Wir waren schon in Italien, Dänemark und der Schweiz“, erzählt Meysing. Nicht so weit hatte es Spotter Christian Thiele aus Nörten. „Ich habe schon spektakulärere Transporte gesehen, aber es ist immer wieder interessant“, sagt er.

Schwertransport auf A7 nach Göttingen: Kosten sechsstellig

Derweil hat der Transport die Autobahn an der Abfahrt Holtensen verlassen. Hier und da müssen einige Verkehrsschilder demontiert werden, damit der auf einer Kesselbrücke gehobene Trafo um die Kurven kommt. Eine Zug- und eine Schubmaschine komplettieren das Gespann. Weiter geht es problemlos über die Westumgehung bis ins Gemeindegebiet von Rosdorf. Kurz hinter der Justizvollzugsanstalt muss noch einmal rechts in einen Feldweg abgebogen werden, dann hat der Schwertransport nach knapp sechs Stunden sein Ziel erreicht. Am Montag wird der Transformator dann auf sein Fundament geschoben. Die Kosten des Transports lagen übrigens im unteren sechsstelligen Bereich.

Neuralgischer Punkt: An manchen Stellen mussten Fahrer und Begleiter ganz genau arbeiten, um den Transformator sicher ans Ziel zu bringen.

Schwertransport auf A7 nach Göttingen: Wichtiger Baustein für die Energiewende

Einen wichtigen Baustein für das Gelingen der Energiewende errichtet der Stromnetzbetreiber TenneT aktuell in Südniedersachsen und Nordhessen. Dazu wird die mit rund 230 Kilometern aktuell längste deutsche Höchstspannungs-Drehstromleitung zwischen den Umspannwerken Wahle im Landkreis Peine und Mecklar im nordhessischen Ludwigsau gebaut. 

Nach Fertigstellung der neuen 380 Kilovolt (kV) Leitung wird auch ein rund 140 Kilometer langes Teilstück der seit 1928 bestehenden und historisch wichtigen 220-kV-Leitung, die ursprünglich vom Umspannwerk Lehrte bis zum Umspannwerk Borken in Hessen führte, zurückgebaut. 

Schwertransport auf A7 nach Göttingen

: Versordungsfunktion für Südniedersachsen

Bis zum Beginn des Rückbaus hat diese Leitung aber weiterhin eine sehr wichtige Versorgungsfunktion für Südniedersachsen und Nordhessen und muss daher auf einem gleichbleibend hohen Niveau betrieben werden. Hierfür bekommt das Umspannwerk Göttingen-Süd den sogenannten Wandertransformator aus dem Umspannwerk Hardegsen, der in Göttingen zukünftig als Reserve bereit stehen wird. 

Diese Maßnahme bildet eine weitere Grundlage für die Versorgungssicherheit der Region. Das Umspannwerk Hardegsen wurde in den vergangenen drei Jahren bereits um zwei neue Transformatoren erweitert, weshalb nun der Bestandstransformator zur Reserve nach Göttingen umziehen kann.

Schwertransport mit Wandertransformator fährt von Hardegsen nach Göttingen

80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfe l
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel
80 Meter lang, 36 Achsen und fast 500 Tonnen schwer: Diese Maße hatte ein Schwertransport, der am Sonntagmorgen vom Umspannwerk Hardegsen zum Umspannwerk Göttingen-Süd gefahren ist. © Stefan Rampfel

Andere Schwertransporte in der Region

Zuletzt stoppte die Polizei einen Schwertransport. Eine Espenauerin wollte ein mobiles Haus auf ihrem Grundstück abstellen, stattdessen steckt der Anhänger samt Haus jetzt auf einem Parkplatz fest.

Außerdem wurden in Eberschütz drei Windkraftanlagen errichtet. Durch Sielen fuhren deshalb zu bestimmten Zeiten Schwertransporter. Sperrungen sind nötig.

Nicht wegen eines Schwertransporters, sondern wegen Bauarbeiten wird die A7 vom 15.05.2020 bis zum 17.05.2020 voll gesperrt. 

Rubriklistenbild: © Stefan Rampfel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.