Aufruf

Abstammungsrecht: Göttinger Wissenschaftler fordern Modernisierung

Uni Göttingen Campus SUB.
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Blick auf den Göttinger Campus mit der Staats- und Universitätsbibliothek: Wissenschaftler fordern eine Reform des Abstammungsrechts. (Symbolbild)

Familienrechtler der Universität Göttingen haben die künftige Bundesregierung und den Bundestag aufgefordert, das Abstammungsrecht zu modernisieren.

Göttingen – Das Abstammungsrecht sei stark reformbedürftig, heißt es in dem am Dienstag verbreiteten Aufruf. Es werde den Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin sowie den sehr unterschiedlichen Familienformen und Eltern-Kind-Konstellationen nicht gerecht.

Zudem enthalte das gegenwärtige Abstammungsrecht inhaltliche Systembrüche und Ungleichheiten im Falle einer Samenspende, hieß es weiter. Es sei lückenhaft, inkohärent sowie in manchen Teilen sogar verfassungswidrig. Trotz grundlegender wissenschaftlicher Forschungsarbeiten und trotz bestehender umfangreicher Vorarbeiten sei der Gesetzgeber untätig geblieben.

Nach Ansicht der Wissenschaftler stellt das geltende Recht keine angemessenen Regelungen für die rechtliche Eltern-Kind-Zuordnung zur Verfügung. „Die gegenwärtige Rechtslage wirkt sich für betroffene Familien und insbesondere für die Kinder oft gravierend aus“, sagte der Initiator des Aufrufs, Philipp Reuß. Das Abstammungsrecht habe elementare Bedeutung, da es das rechtliche Eltern-Kind-Verhältnis begründe und unmittelbare Bedeutung für viele weitere wichtige Rechtsfragen im Leben von Eltern und Kind habe, zum Beispiel für die elterliche Sorge, den Unterhalt, die Staatsangehörigkeit sowie das Erbrecht. Der Aufruf kann hier abgerufen werden. (Bernd Schlegel, mit epd)

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