Acht Jahre Haft für Drogen-Deals?

Landgericht Göttingen: Staatsanwaltschaft hält Osteröder für schuldig

Das Gerichtsgebäude in Göttingen, auch Sitz des Landgerichts, im Sommer.
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Das Gerichtsgebäude in Göttingen ist auch Sitz des Landgerichts.

Im Rauschgiftprozess gegen einen 50-jährigen Geschäftsmann aus Osterode vor dem Landgericht Göttingen hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von acht Jahren beantragt.

Göttingen – Der Angeklagte habe sich des unerlaubten Handeltreibens sowie der unerlaubten Einfuhr und der Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge schuldig gemacht. Nach Ansicht der Verteidigung hat ihr Mandant mit den Drogengeschäften nichts gewusst. Sie plädierte auf Freispruch. Außerdem sei der Haftbefehl aufzuheben.

Göttingen: Der Angeklagte wurde bereits 2001 verurteilt

Der aus dem Kosovo stammende Angeklagte ist seit Oktober in Untersuchungshaft und einschlägig vorbestraft. 2001 verurteilte ihn das Amtsgericht Osterode wegen unerlaubten Drogenbesitzes zu einer Geldstrafe. 2014 erhielt er wegen Handelns mit Betäubungsmitteln eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten. Außerdem wurde ihm verboten, Jugendliche auszubilden oder zu beschäftigen. Insgesamt umfasst sein Vorstrafenregister 17 Eintragungen.

Abnehmer sollen von Osterode aus zunächst Marihuana nach Wismar gebracht haben

Anfang 2018 soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft 80 Kilo Marihuana erworben und anderen Personen, die es weiterverkaufen wollten, überlassen haben. Die Abnehmer sollen von Osterode aus zunächst etwa 50 Kilo Marihuana nach Wismar gebracht haben. Später hätten sie noch weitere 30 Kilo Marihuana von dem 50-Jährigen geholt. Der Angeklagte hatte angegeben, nichts mit diesen Drogengeschäften zu tun gehabt zu haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft lässt sich aber aus den Angaben der Abnehmer und Handy-Fotos schließen, dass der 50-Jährige involviert war.

Außerdem soll er im Februar 2019 eine Paketlieferung aus Italien von Hannover aus in eine Wohnung im Bad Lauterberger Ortsteil Barbis gebracht haben. Laut Staatsanwaltschaft sei dem Angeklagten die Lieferadresse zuzuordnen. „Diese Adresse muss irgendwie nach Italien gekommen sein“, sagte Staatsanwalt Matthäus Fink. Die Polizei hatte die Paketlieferung aus Italien mit 55 Kilo Marihuana zuvor abgefangen, das Marihuana sichergestellt und die Pakete mit Streusalz und Papiertaschentüchern aufgefüllt. Als die vermeintliche Drogenlieferung zugestellt wurde, sei der Angeklagte in Barbis mit einem schwarzen Mercedes vorgefahren, so der Staatsanwalt.

Göttingen: Die Vorstrafen seien kein Indiz, dass er die Taten begangen habe

Die Verteidigung moniert, dass sich die Ermittler zu früh auf ihren Mandanten festgelegt hätten. Die Vorstrafen seien kein Indiz, dass er die Taten begangen habe. Der 50-Jährige habe Kontakt zu den Beteiligten gehabt, aber nichts von den Drogengeschäften gewusst. Die Verteidigung kritisiert auch, dass die Polizei Telefongespräche von Angehörigen des Angeklagten abgehört habe. Diese dürften vor Gericht nicht verwertet werden.  

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