Göttingen: Literaturherbst im Internet

Den Literaturherbst in Göttingen gibt es für 18 Euro komplett online

Die Göttinger Literaturherbst-Macher: Das Team um Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold (Mitte) geht mit dem größten norddeutschen Literaturfest in diesem Jahr online.
+
Die Göttinger Literaturherbst-Macher: Das Team um Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold (Mitte) geht mit dem größten norddeutschen Literaturfest in diesem Jahr online.

Der Göttinger Literaturherbst findet auch 2020 statt – wegen Corona allerdings in besonderer Form. On Air, das heißt auf Sendung. Bei TV- und Radiostudios leuchtet dann ein rotes Lämpchen.

Göttingen – Der Göttinger Literaturherbst (17. Oktober bis 1. November) muss 21 rote Lämpchen über den Eingangstüren der Veranstaltungsorte anbringen, denn das größte norddeutsche Literaturfest findet trotz Corona statt – und wegen Corona geht der „Herbst“ On Air.

Literaturherbst in Göttingen: Zuschauer zahlen einmalig 18 Euro für das Ticket

Alle 60 Lesungen werden live gestreamt oder als Aufzeichnung später via Literaturherbst Mediathek in hoher Bild- und Tonqualität übertragen, sind als Video-Live-Stream oder Video/Audio zeitversetzt während des Festivals zu erleben.

Der Zuschauer zahlt einmalig 18 Euro für das Ticket „Literaturherbst On Air“ und kann dafür das komplette Festival erleben. In Göttingen Studierende können sich kostenlos einloggen. „18 Euro, das ist ein günstiges Angebot, denken wir“, sagt Johannes-Peter Herberhold, Literaturherbst-Geschäftsführer.

Literaturherbst in Göttingen: Literaturherbst als Online-Erlebnis

Die Initialzündung, dass es nach ganz viel Vorbereitungsarbeit dazu kommen kann, lieferte ein Telefonanruf. Sartorius-Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg klingelte im März bei Herberhold durch und fragte – schon zu Beginn der Corona-Krise – wie Sartorius dem Festival helfen könne. IT- und Technik-Experten des Göttinger Bio-Tech-Konzerns tragen nun maßgeblich zum Online-Erlebnis Literaturherbst bei. Dazu haben sich auch weitere Sponsoren und Unterstützer engagiert.

Das alljährliche Dankeswort für die Förderer sprach Herberhold bei der Programmvorstellung im Hotel Freigeist mit noch mehr Gefühl. Ohne die festen Zusagen der Förderung, selbst bei einem Ausfall des Festivals, hätte dieses kippen können, wie der große Bruder die LitCologne in Köln, die es diesmal nicht geben wird.

Literaturherbst in Göttingen: Fest der Gegenwartsliteratur

Der Literaturherbst geht volles Programm, dank der Unterstützer und lockt so die Stars an, die in diesem Jahr wenige Möglichkeiten haben, sich und ihre Texte zu präsentieren.

„Es ist ein Fest der Gegenwartsliteratur“, sagt Gesa Husemann, die mit Stefan Lohr das beeindruckende Programm gebastelt hat.

Literaturherbst in Göttingen: Diese Prominenten sind dabei

Nach Göttingen kommen: Elke Heidenreich, Navid Kermani, Uwe Timm, Christian Berkel, Linda Zervakis, Kübra Gümüsay, Katja Lewina, Stefanie Sargnagel oder Mai Thi Nguyen-Kim, Robert Seethaler, Olivia Wenzel und Leif Randt, dazu der Kult-Sänger Achim Reichel und Superstar Peter Maffay, „der vielleicht ins Ballhaus auch seine Gitarre mitbringen wird“, wie Herberhold sagt.

Musik gibt es sicher im PS-Speicher, wo das fabelhafte Moka Efti Orchestra samt Schauspieler Benno Führmann in die Welt der 1920er-Jahre entführt – auf den Spuren der Serie „Babylon Berlin“. Musisch wird es auch, wenn Frank Goosen sich mit Anja Rützel battelt – beim Abend: Beatles vs. Take That.

Literaturherbst in Göttingen: Plätze bleiben frei

Vorstellen wird sich auch – wie gewohnt – exklusiv der Träger des Deutschen Buchpreises. Die Wissenschaftsreihe der fünf Göttinger Max-Planck-Institute wird Forschung erlebbar machen – auch über Corona und Pandemien. In der Paulinerkirche wird kein Publikum dabei sein können – nur via Stream.

Gesa Husemann bringt es auf den Punkt: „Das Programm ist großartig, schade, dass so viele Plätze frei bleiben müssen. In der Tat: Die Kapazität sinkt auf etwa ein Fünftel der „normalen“ Platzzahl.

Literaturherbst in Göttingen: 2000 Tickets sind das Ziel

Letztlich sei man aber noch gut dran, sagt Herberhold. „Wir können große Hallen nutzen, den PS-Speicher in Einbeck, das Ballhaus in Duderstadt und die Lokhalle.“ Dort geht man an die Grenze: Von 4000 Plätzen können 500 besetzt werden.

In der Bilanz sollen nach dem 1. November auch die verkauften On-Air-Tickets leuchten: 2000 hat sich Johannes-Peter Herberhold zum Ziel gesetzt. Es könnten (gerne) auch mehr werden. Karten gibt es im Festivalbüro an der Nikolaistraße 21 und unter Tel. 05 51 /50 76 69 72 von montags bis freitags 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr sowie Im Internet auf literaturherbst.com.(Thomas Kopietz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.