Ärger bei der Kündigung: Mobilfunk-Anbieter im Visier der Verbraucherschützer

Göttingen. Der Mobilfunk-Anbieter mobilcom-debitel ist im Visier der Verbraucherschützer. Es gibt Ärger bei der fristgerechten Kündigung von Verträgen.

Mehrere Verbraucher hatten sich bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen beschwert: Nach fristgerechter Kündigung ihres Mobilfunkvertrages erhielten sie ein Schreiben von mobilcom-debitel. Darin wurde der „Kündigungswunsch“ bestätigt, allerdings wurde ausdrücklich um „Rückruf zur Bestätigung der Kündigung“ gebeten.

„Wer fristgerecht kündigt, muss dies nicht noch einmal telefonisch bestätigen“, stellt Anke Kirchner, stellvertretende Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, klar und forderte das Unternehmen gerichtlich auf, dies zu unterlassen.

Eine akzeptierte und bestätigte Kündigung eines Anbieters zusätzlich telefonisch zu bestätigen war für niedersächsische Verbraucher neu und führte zu der Frage: Verlängert sich der eigentlich gekündigte Vertrag um ein weiteres Jahr, wenn man nicht anruft?

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hielt dieses Geschäftsgebaren von mobilcom-debitel für irreführend und bekam in erster Instanz vom Landgericht Kiel (Aktenzeichen 15 O 99/14) recht. Es darf nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Kündigung erst durch die telefonische Bestätigung wirksam wird. Mit dem Zugang der Kündigungserklärung bei mobilcom-debitel ist die Kündigung wirksam, schließlich hat der Anbieter das Vertragsende konkret bestätigt.

Außerdem ist die Aufforderung zum Rückruf eine Umgehung des Verbots der Telefonwerbung. In der Regel haben Verbraucher ihre Einwilligung zu einem anbieterseitigen Anruf nicht erklärt, sodass sie aufgrund der Täuschung in so einem Schreiben zu einem Anruf veranlasst werden.

Schriftliche Kündigung

Kirchner weist darauf hin, dass es ausreichend ist, wenn eine Kündigung schriftlich erklärt wird. Im Streitfall muss der Verbraucher den Zugang des Schreibens beim Anbieter nachweisen. Deshalb sollten Verbraucher um eine zeitnahe Kündigungsbestätigung bitten und die Kündigung im Zweifelsfalle vorsorglich per Einschreiben (Einwurfeinschreiben oder Einschreiben mit Rückschein) versenden.

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