Städte verhängen Geldbußen

Ärger mit Schrottwagen: Alte Autos blockieren Parkraum

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Eine Kralle blockiert das Vorderrad eines abgemeldeten Fahrzeugs: Hunderte Autos ohne Kennzeichen blockieren Parkplätze in Niedersachsen und Bremen.

Göttingen/Hannover. In Städten sind Parkplätze rar und Mangelware. Wenn sie dann noch von alten Autos ohne Kennzeichen dauerhaft blockiert werden, stört das nicht nur Anwohner.

Das Problem gibt es auch in Göttingen, berichtet ein Stadtsprecher: „Insbesondere im Industriegebiet blockieren solche Fahrzeuge wichtigen Parkraum von Mitarbeitern dort ansässiger Firmen.“ Pro Jahr versehen die Beamten rund 950 Autos mit den kleinen Aufklebern. Die Besitzer hatten einen Monat Zeit, um ihre Autos zu entfernen. 2015 schleppten sie 49 Autos ab, im vergangenen Jahr 64. In der Uni-Stadt gibt es neben den Kosten auch einen Punkt im Fahreignungsregister des Kraftfahrtbundesamtes.

In anderen Städten in Niedersachsen warnen die Kommunen Besitzer ebenfalls mit einem bunten Aufkleber und geben ihnen eine Frist, bevor sie die Autos abschleppten, wie eine Sprecherin im Umweltministerium sagte.

Die Frist ist verschieden lang – etwa zwei Wochen in Hildesheim und Salzgitter oder sechs Wochen in Delmenhorst. Werden die abgeschleppten Autos nicht gegen eine Geldbuße abgeholt, werden sie meist verschrottet oder verkauft.

In Hannover wurden vor drei Jahren 5829 nicht angemeldete alte Autos von der Stadt ausgemacht, im vergangenen Jahr waren es schon 7800. Etwa die Hälfte der Autos, die die Abfallentsorger mit Warnaufklebern versahen, entfernten die Besitzer selbst.

Je nach Stadt und Standort kommen auf die Autohalter unterschiedliche Geldbußen, Abschleppkosten und Standgebühren auf die Sünder zu. In Braunschweig muss ein Besitzer, der sein abgeschlepptes Auto abholt, teils mehr als 400 Euro bezahlen.

In Hannover kostet dies 230 Euro plus 10 Euro Standgebühren pro Tag. Ein Besitzer muss in einigen Städten auch zahlen, wenn er über die Fahrzeugidentifikationsnummer ermittelt und sein Auto schon verschrottet wurde – in der Landeshauptstadt kostet das dann 130 Euro.

Bremen will die Alt-Fahrzeuge ab Juli abschleppen lassen, ohne die Besitzer der Fahrzeuge zu warnen. Bisher tat das die Hansestadt und setzte Fristen zum Wegbringen. Auch in Niedersachsen wird das so gehandhabt. Das wird sich zumindest in Bremen ab Juli ändern.

Künftig haben Besitzer in der Stadt an der Weser nach dem Abschleppen einen Monat Zeit, sich bei der Polizei oder dem Ordnungsamt zu melden. Tun sie dies nicht, lässt die Stadt die Autos verschrotten oder sie verkauft sie. (mit dpa)

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