Ärger über Stadtbus: Nur zum Bahnhof statt in City

Stadtbus Göttingen: Seit Anfang des Monats gilt das neue Liniennetz. Inzwischen gibt es Beschwerden. Foto: Schlegel

Göttingen. Drei Wochen nach der Einführung des neuen Göttinger Busliniennetzes sind zahlreiche Nutzer unzufrieden. Die Verkehrsbetriebe wollen optimieren.

Beschwerden gibt es von den Bewohnern des Altenheims am Ingeborg-Nahnsen-Weg in der Nähe der Geismar Landstraße. Sie kommen mit dem Bus der Linie 21 nicht mehr direkt in die Innenstadt, sondern müssen am Bahnhof umsteigen. Stefanie Gallinat-Mecke, Pressesprecherin der Göttingen Verkehrsbetriebe (GöVB), bestätigt das Problem. D

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ie Schwierigkeit: Um beim Linienpaar 21/22 die Hauptzielpunkte Innenstadt (mit Linie 22) und Bahnhof (mit Linie 21) anzufahren, mussten die Linienführungen ab Gothaer Platz aufgesplittet werden. Laut Gallinat-Mecke können die Senioren am Bahnhof in die Busse der Linien 41, 42, 50, 61, 71 oder 72 in Richtung Innenstadt umsteigen.

Laut Gallinat-Mecke gab es in den ersten drei Wochen des Betriebs zahlreiche Anrufe von Kunden. Viele Fragen habe man durch konkrete Fahrplanauskünfte am Telefon klären können. Ein Beispiel: So hagelte es aus Geismar Beschwerden, dass man nicht mehr direkt mit dem Bus zum Klinikum kommt. Das ist aber nicht der Fall: Die Linien 21 und 22, die in Geismar starten, fahren über das Klinikum und den Uni-Nordbereich nach Nikolausberg.

Außerdem gab es bereits Anpassungen bei den Einsatzwagen im Schülerverkehr. So fährt inzwischen ein E-Bus zur Entlastung der Linie 71 um 7.16 Uhr ab Grete-Henry-Straße über den Theaterplatz (Max-Planck-Gymnasium) in Richtung Jugendherberge (Theodor-Heuss-Gymnasium).

Problematisch war auch die etwa zweiwöchige Sperrung der Godehardstraße durch den Abriss der Fußgängerbrücke, die durch einen Unfall irreparabel beschädigt worden war. Erst nach der Freigabe der Straße Anfang der Woche habe man dort Daten im Schülerverkehr sammeln können, so Gallinat-Mecke. Über die Godehardstraße führen insgesamt sieben Buslinien.

Die Verkehrsbetriebe spüren auch die verstärkte Nachfrage durch Studenten, die die Stadtbusse mit dem Semesterticket nutzen können. Insbesondere Nachwuchs-Akademiker, die am Nord-Campus studieren, fahren mit den Bussen. Deshalb fahren dort auch drei Linien (21, 22 und 23).

Optimierung läuft

Derzeit werden weitere Anregungen von Kunden aufgenommen. „Die Optimierung läuft“, sagt Gallinat-Mecke. Zudem sind ständig die Verkehrsmeister und Planer der Verkehrsbetriebe unterwegs.

Die Göttinger SPD-Ratsfraktion sieht Probleme bei den Linienführungen. Deshalb will sie dafür sorgen, dass in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 4. Dezember, darüber diskutiert wird. „Es kann nicht sein, dass die Verwaltung und die GöVB auf berechtigte Beschwerden der Bürger nicht reagiert und schweigt“, sagt SPD-Fraktionschef Frank-Peter Arndt. (bsc)

Kontakt: Göttinger Verkehrs, Gustav-Bielefeld-Straße 1, 37079 Göttingen, Tel. 0551/38444-0. www.goevb.de

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