139 Nachwuchsmediziner legten nach Abschluss ihres Studiums ihr Gelöbnis ab

Studium abgeschlossen: Ärzte sollen selbstkritisch bleiben

Sie haben es geschafft: Das sind die angehende Ärzte, die ihr Studium in Göttingen absolviert haben. Foto: UMG/nh

Göttingen. 139 Nachwuchsmediziner haben in diesem Sommersemester ihr Studium an der Universitätsmedizin Göttingen abgeschlossen. Am Samstag gab es die Belohnung.

Bei einem Festakt in der Aula der Universität am Wilhelmsplatz, an dem auch zahlreiche Angehörige teilnahmen, erhielten die Absolventen ihre Examensurkunden.

„Sie haben den schönsten Beruf der Welt gewählt“, sagte der Dekan für Allgemeine Akademische Angelegenheiten, Professor Michael P. Schön. Schön verwies darauf, dass die mindestens sechs Jahre dauernde Ausbildung in der Humanmedizin durchschnittlich 130.000 Euro koste und somit das teuerste Studium hierzulande sei. Umfragen zeigten, dass der Beruf des Arztes höchstes Ansehen genieße. Bei der Ausübung des Berufes komme es nicht nur auf medizinisches Wissen und handwerkliches Können an. Patienten müssten ihren Ärzten vertrauen können: „Sie werden die Erwartungen rechtfertigen müssen.“

Genfer Gelöbnis: 139 Nachwuchsmediziner sprachen nach Abschluss ihres Medizinstudiums in der Aula am Wilhelmsplatz die moderne Version des Hippokratischen Eides. Foto: pid

Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, riet den Nachwuchsmedizinern: „Seien Sie erstmal wählerisch.“ Da es einen großen Bedarf an Ärzten gebe, sollten sie die Situation nutzen und sich eine Arbeitsstelle suchen, die zu ihnen passe. Wenker appellierte an die Absolventen, neugierig zu bleiben und sich ständig fortzubilden. Auch später, wenn sie bereits Routine in ihrem Beruf erworben hätten, sollten sie selbstkritisch bleiben und ihr ärztliches Handeln hinterfragen. Fehlentscheidungen seien keine Schande: „Gehen Sie damit offen um.“ “

Neben den Examensurkunden gab es auch einen Preis für besonderes studentisches Engagement, der an Alexander Huppert vergeben wurde. Während seines Medizinstudiums hat er gemeinsam mit deutschen und nepalesischen Ehrenamtlichen die Hilfsorganisation „Nameste-Kids e.V.“ gegründet, die Kindern in Nepal einen besseren Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung ermöglichen will. Derzeit leistet der Verein Akuthilfe nach dem Erdbeben für Menschen, die in abgelegenen und schwer zugänglichen Dörfern leben.

Den Habilitationspreis für das Wintersemester 2014/15 erhielt Hendrik Rosewich aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin für seine Forschungsarbeit über genetisch bedingte schwere Stoffwechselstörungen. Außerdem wurden diesmal zwei Doktorarbeiten mit einem Promotionspreis ausgezeichnet. Nils Schweingruber aus der Klinik für Zelluläre und Molekulare Immunologie hat neuartige Wirkmechanismen von Cortison bei der Behandlung von Multiple Sklerose erforscht. Nico Hartmann wurde für seine Forschungen über Herzerkrankungen ausgezeichnet.

Zum Abschluss der Feier sprachen alle Absolventen das Genfer Gelöbnis, eine moderne Version des Eids des Hippokrates.

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